Der Death Valley Nationalpark, einer der bekanntesten Nationalparks der USA, liegt knapp 220 Kilometer nordwestlich von Las Vegas. Das „Tal des Todes“ ist eine der unwirtlichsten Landschaften der Welt, in der es oft bis zu 50° Celsius heiß wird.

Heiß, heißer, Death Valley

Diese Kulisse kennen die meisten aus Filmen: ausgedörrte Wüstenebenen, eingerahmt von felsigen, über 3.000 Meter hohen Bergketten. Aber Besucher müssen schon selber erleben, was es bedeutet, an einem der heißesten, trockensten und tiefgelegensten Orte der Erde zu sein.

An diesem scheinbar ausgestorbenen Ort leben sogar über 1.000 Pflanzenarten, Echsen und winzige Fische. Deshalb ist das „Tal des Todes“ ein UNESCO Biosphären-Reservat.

Death Valley Nationalpark Sign, Kalifornien, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Death Valley Nationalpark. Foto: usa-reisetraum.de

Im Death Valley gibt es viele aufregende Kontraste und Wunder, ganz im Gegensatz zu seinem Namen. Das Death Valley ist geprägt von Wüstensand, Wanderdünen, schneebedeckten Bergspitzen und rauen Felsformationen. Nach Angaben des National Park Service gibt es im Death Valley allerdings auch mehr als 900 verschiedene Pflanzenarten. Und war der Winter regenreich genug, verwandelt sich das sonst so karge Gebiet in einen bunten Blütenteppich.

Jedes Jahr pilgern mehr als 1.1 Millionen Menschen in den Park in Kalifornien, von dem ein kleiner Teil auch in Nevada liegt. Er ist ein Paradies für jeden Motorradfahrer, Wohnmobilurlauber und Outdoor-Fan. Die meisten Sehenswürdigkeiten im Park sind leicht zugänglich, einige erfordern jedoch eine Wanderung oder sind nur durch unbefestigte Straßen in einem Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit zu erreichen.

Später Nachmittag im Bereich der Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark in Kalifornien. NPS Photo
Später Nachmittag im Bereich der Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark. NPS Photo

Besucher sind überwältigt von der Natur-Schönheit. Sanddünen erstrecken sich über Kilometer hinweg, Felsen und Schluchten schimmern in verschiedenen Rot- und Gelbtönen, Salzkristalle bedecken das Tal wie ein Tuch. Es misst rund 14.000 Quadratkilometer unbewohnte Fläche, dennoch gibt es Zeugnisse von früheren Bewohnern, wie etwa Felsmalereien, Geisterstädte und historische Minen. Aktive nutzen den Golfplatz und verschiedene Wanderpfade.

Das Death Valley hält den Hitzerekord mit 56 Grad Celsius. Der Park ist einer der heißesten und gleichzeitig atemberaubendsten Orte der Vereinigten Staaten. Der größere Teil des Parks besteht aus hohen Gebirgszügen, tiefen Canyons und Hochebenen. Das Tal des Todes selbst bildet mit seinen Sand-, Stein- und Salzwüsten die tiefste Stelle des nordamerikanischen Festlandes. Die brillanten Farben der Landschaft reichen von mit Wildblumen überdeckten Hügeln bis hin zu einsamen Sanddünen.

Geologie

Die Felsschichten, die so prächtig im Death Valley zu sehen sind, umfassen beinahe eine vollständige Geschichte unserer Erde. Die Felsschichten sind uralt, die Berge selbst, geologisch betrachtet, erst vor kurzer Zeit entstanden.

Gleichzeitig mit der Erhebung der Berge begann auch deren Erosion. Das geschah zu einer Zeit, als die schmelzenden Gletscher der letzten Eiszeit große Flüsse und viel Regen verursachten. Erde und Schutt wurden abgetragen und im Talboden abgelagert. Mit dem Rückzug der Gletscher in den Norden des Kontinentes trockneten die meisten Seen und Flüsse aus.

Klima

An den meisten Tagen flimmert das Tal in der Hitze. Die Luft ist rein, so rein, dass entfernte Punkte näher wirken. Der Himmel ist, ausser vielleicht einem kleinen weissen Wolkenfetzen, tief blau. Sechs Monate lang herrscht hier unbarmherzige Hitze. In den übrigen sechs Monaten sinkt das Thermometer nur wenig.

Oft entleeren sich die Wolken über den Bergen, aber das Tal selber bleibt trocken. Dieser spärliche Regen bietet genug Lebenskraft, um die Wüste im Februar und März in einen Blumengarten zu verwandeln.

Flora und Fauna

Trotz der Härte und Strenge dieser Umgebung wachsen im Park 900 verschiedene Pflanzenarten. Diese haben sich in verschiedenster Weise dem Wüstenleben angepasst. Einige haben Wurzeln, die bis zu 30 Meter tief in die Grundwasserregion hinabwachsen. Andere entwickelten ein Wurzelsystem, das direkt unterhalb der Bodenoberfläche wächst, sich aber weit in alle Richtungen erstreckt. Wiederum andere sind durch eine Haut geschützt, welche die Verdunstung des Wassers vermindert.

Auch verschiedene Tiere haben gelernt, in dieser Hitze zu überleben. Sie sind hauptsächlich nachtaktiv. Die größeren Tiere, wie z.B. das Grosshornschaf (Bighorn Sheep), leben in den kühleren Hochgebieten.

Je höher eine Landschaft liegt, desto höher ist der durchschnittliche Regenfall. In höher gelegenen Regionen wächst ein Wald aus Wacholder- und Bergmahagonibäumen, aus Pinyon und verschiedenen Kiefern. Die Gipfel sind oft mit Schnee bedeckt.

Wellenförmige Sanddünen im Bereich der Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark in Kalifornien. NPS Photo
Wellenförmige Sanddünen im Bereich der Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark. NPS Photo

Sehenswürdigkeiten

In diesem großen Park gibt es vieles zu sehen und zu erleben. Die grossen Entfernungen bedingen ein sorgfältiges Planen. Informationen und eine Karte der Region erhält man im Furnace Creek Visitor Center. Hier erfährt man durch Ausstellungen und Diashows mehr über die Geschichte und Naturgeschichte des Death Valley. Das Personal des National Park Service hilft immer gerne weiter.

Die Zufahrt von Süden führt entlang der CA-127. Bei Shoshone zweigt die Strasse ab nach Westen und verläuft über zwei Pässe (CA-178). Anschliessend geht es dann auf dem weitgehend unter dem Meeresspiegel liegenden Talboden weiter nach Norden.

  • Das Badwater Basin stellt mit 85 Metern unterhalb des Meeresspiegels den niedrigsten Punkt der westlichen Hemisphäre dar.
  • Nördlich von Badwater führt eine Schotterstraße zum Devil’s Golfcourse. Hier besteht die Salzkrustenoberfläche aus scharfen Kristallspitzen.
  • Etwas weiter der Hauptstrasse entlang, auf der Ostseite, befindet sich die Zufahrtstrasse zum Artists Drive. Diese interessante Rundfahrt auf einer geteerten Einbahnstraße führt durch farbige Felslandschaften und Canyons, die schon Kulisse für Star Wars Episode VI waren.
  • Fährt man beim Furnace Creek Inn auf der CA-190 in Richtung Osten, folgt man dem Furnace Creek Wash zu Dantes View hinauf. Von diesem Aussichtspunkt sieht man die tiefste Stelle der westlichen Hemisphäre. Hier kann man eine wunderbare Aussicht übers Tal genießen, der Blick reicht bis hin zu den Bergen der Panamint Range.
  • Auf dem Weg zu Dantes View kann man den Zabriskie Point und den Twenty Mule Team Canyon besichtigen. Vom Zabriskie Point sieht man die roten Felsen des Twenty Mule Team Canyon am besten.
  • Im Norden des Parkes befinden sich der Ubehebe Crater. Der Krater misst 722 Meter im Durchmesser. Er entstand vor etwa 1000 Jahren durch einen Vulkanausbruch.
  • Dreizehn Kilometer davon entfernt, im Grapevine Canyon, liegt Scottys Castle. Dieses im Jahre 1922 angefangene ”Schloss” wurde eigens als Ferienhaus für Albert M. Johnson aus Chicago entworfen. Walter E. Scott, besser bekannt als “Death Valley Scotty”, war Johnson’s Freund. Er empfahl Johnson den Standort und den Bau aus gesundheitlichen Gründen.
  • Im Westen des Parks kann man den Wildrose Canyon besuchen. Hier findet man eine Reihe verlassener Holzkohleöfen. Sie wurden vor mehr als einem Jahrhundert erbaut, um aus Wacholderbäumen Holzkohle für die Erzschmelzöfen herzustellen.

Kurzwanderungen im Death Valley

  • Die Harmony Borax Works liegen etwa 2 km nördlich des Furnace-Creek Campingplatzes. Sie wurden im Jahre 1883 erbaut, die erste erfolgreiche Boraxfabrik im Death Valley. Schautafeln auf dem Harmony Borax Works Interpretive Trail geben nähere Auskünfte über die Boraxfabrik.
  • Der Golden Canyon liegt etwa 5 Kilometer südlich von Furnace Creek. Die Erforschung dieser farbigen Schlucht auf dem Golden Canyon Interpretive Trail unterhalb des Zabriskie Point dauert etwa eine Stunde.
  • Den Mosaic Canyon erreicht man bequem von Stovepipe Wells aus. In dieser rund 800 Meter langen Schlucht sieht man enge, polierte Marmorwände.
  • Mesquite Flat Sand Dunes: Die Sanddünen östlich von Stovepipe Wells bieten Gelegenheit, entweder einen kurzen Spaziergang oder sogar eine ganztägige Wanderung zu unternehmen.

Im Park sollte man nicht alleine unterwegs sein und immer jemanden davon unterrichten, welche Pläne man hat und wann man wieder zurück ist. So kann zum Beispiel den Park Rangern im Besucherzentrum das Vorhaben mitteilen und sich nach der Wanderung wieder zurückmelden.

Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark in Kalifornien. NPS Photo
Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells im Death Valley Nationalpark. NPS Photo

Mit dem Auto unterwegs

Am Anfang jeder Tour im Death Valley sollte man sich versichern, dass das Auto in einwandfreiem Zustand und der Benzintank voll ist. Im Park ist Benzin nur bei Furnace Creek, Scottys Castle und Stovepipe Wells erhältlich.

Vor der Erkundung des Parks sollte man im Furnace Creek Visitor Center oder einer Rainger-Station Halt machen und sich über die aktuellen Straßenverhältisse erkundigen.

Der National Park Service empfiehlt, vor allem im Sommer die Messgeräte im Wagen dauernd zu überwachen. Kühlwasser befindet sich in den Speichertonnen entlang der Parkstraßen. Die verschiedenen Stellen sind auf der Karte der Parkbroschüre eingezeichnet, die man im Besucherzentrum erhält.

Im Falle einer Panne sollte man beim Wagen bleiben und nicht in der Hitze umherlaufen. Bei stürmischem oder regnerischem Wetter können die Straßen überflutet werden.

Camping

Zelten ist nur auf den ausgewiesenen Campingplätzen gestattet. Da man im Park kein Feuerholz sammeln kann, muss alles selbst mitgebracht werden. Abwasserstationen (dump station) befinden sich bei den Furnace Creek, Stovepipe Wells und am Mesquite Spring Campground.

Es befinden sich neun Campingplätze im Park. Vier sind während des ganzen Jahres offen: Furnace Creek, Mesquite Spring, Wildrose und Emigrant. Die restlichen fünf sind nur saisonal geöffnet: Texas Spring (Oktober bis Mai), Sunset (Oktober bis April), Stovepipe Wells (September bis Mai) sowie Thorndike und Mahogany Flat (jeweils März bis November).

Unterkunft

Vier private Hotels bieten Unterkunft und Verpflegung: Stovepipe Wells Village, The Ranch at Furnace Creek, The Inn at Furnace Creek und Panamint Springs. Ausser diesen Hotels und den Campingplätzen gibt es keine andere Übernachtungsmöglichkeiten im Park. In Scottys Castle gibt es eine Snackbar.

Sicherheit im Park

Der Park ist ein Natur- und Tierschutzgebiet. Das Tragen einer Schusswaffe ist verboten. Haustiere sind überall an der Leine zu halten. In öffentlichen Gebäuden sind sie nicht zugelassen.

Ab und zu findet man in alten Bergwerken hinterlassene Sprengkörper. Diese sollte man auf keinen Fall und den Fund unverzüglich einem Park Ranger melden .

Alle Tiere im Park sind wilde Tiere. Sie haben oft ansteckende Krankheiten und können beissen. Deshalb sollte man sie auf keinen Fall füttern und stören.

Wegen der sehr großen Hitze kann es zur warmen Jahreszeit zu lebensbedrohenden Situationen kommen. Es wird empfohlen, mindestens 4 Liter Wasser am Tag zu trinken.

Anfahrt

Die Stadt Pahrump in Nevada, eine Stunde nördlich von Las Vegas, ist der perfekte Ausgangspunkt um die Abenteuer im Death Valley zu starten. Hier gibt es Casinos und Restaurants, die rund um die Uhr geöffnet sind, zwei exzellente Weingüter sowie unzählige weitere Attraktionen.

Death Valley Nationalpark Sign, Kalifornien, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Death Valley Nationalpark. Foto: usa-reisetraum.de

Death Valley Nationalpark wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/deva (englisch).

Death Valley Nationalpark
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