Die London Bridge ist 1831 in London, England eröffnet worden. In den 1960er Jahren bemerkte man, dass sich die eigentlich für Fußgänger gebaute Brücke ungefähr einen Zentimeter pro Jahr senkte. Grund waren tausende Autos, die täglich über die Brücke fuhren. Die Verkehrszunahme und das Gewicht der Brücke, das in den weichen Boden drückte, machten klar, dass die Brücke ersetzt werden muss.

Nachdem der Fabrikant Robert Paxton McCulloch ein beträchtliches Stück Land am Lake Havasu erworben hatte, suchte er in den 1960ern nach Wegen, der neugegründeten Stadt Lake Havasu City mehr Besucher zu bescheren. Die heiße Sonne Arizonas versprach hervorragende Urlaubsbedingungen, es fehlte nur eine anziehende Sehenswürdigkeit.

London Bridge, Lake Havasu City, Arizona, USA. Foto: usa-reisetraum.de
London Bridge in Lake Havasu City. Foto: usa-reisetraum.de

Kurzerhand entschied er sich, die in England zum Verkauf stehende London Bridge für 2,46 Millionen Dollar zu ersteigern. Diese begann nach 138 Jahren treuer Dienste unter dem zunehmenden Verkehr und der eigenen Last von 130.000 Tonnen langsam in der Themse zu versinken. Die Versteigerung machte sie laut dem Guinnessbuch der Rekorde zur größten jemals verkauften Antiquität der Welt.

10.264 Quader der Fassade wurden ins über 8.600 Kilometer entfernte Arizona verschifft und auf ein modernes Stahlskelett befestigt, wodurch einiges an Gewicht eingespart werden konnte. Seitdem die Brücke im Jahr 1971 wiedereröffnet wurde, ist sie einer der größten Touristenmagneten des Grand Canyon States.

Interessanterweise gab es ursprünglich eigentlich gar keinen Fluss, den es zu überwinden galt. Erst nachdem die Brücke errichtet wurde, trennten Bauarbeiter eine Halbinsel durch den Bau eines Kanals vom restlichen Festland ab. Gelohnt haben sich die Mühen auf jeden Fall!

Fun Fact

Die London Bridge in Lake Havasu City ist das einzige Gebäude in den Vereinigten Staaten, das während des Zweiten Weltkriegs zu Schaden kam. Sie wurde an ihrem ursprünglichen Standort in London vor dem Umzug an den Lake Havasu während des Krieges beschädigt.

In der Nähe der London Bridge findet sich auch das English Village, das im Stil einer englischen Stadt aufgebaut ist. Der kleine Ortsteil in klassischer englischer Tudor-Architektur bildet das touristische Zentrum von Lake Havasu City. Hier gibt es eine Vielzahl an Boutiquen, Souvenirshops und Restaurants, die zum Verweilen einladen, bevor sich in die Fluten gestürzt wird.

Im kleinen Lake Havasu Museum ist die Geschichte der Brücke illustrativ dokumentiert.

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