Der Mesa Verde National Park liegt im Hochplateau des südwestlichen Teils von Colorado. Der Parkeingang liegt zwischen Cortez und Mancos am Highway US 160. Im Park kann der größte und wichtigste archäologische Standort der indianischen Kulturen besichtigt werden.

Ein Besuch in diesen Klippenbauten und Ruinen gewährt Einblick in die faszinierende Welt der Anasazi-Indianer, die diesen Tafelberg und seine umliegende Region bevölkert haben. Der Park beeindruckt mit rund 4000 archäologischen Stätten, die im 12. Jahrhundert auf spektakuläre Weise von den Ancestral Puebloan Ureinwohnern in die Felswände eines Bergmassivs hinein gebaut wurden.

Mesa Verde Nationalpark Sign, Colorado, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Mesa Verde Nationalpark. Foto: usa-reisetraum.de

Mesa Verde ist ein dicht bewaldeter Tafelberg, der sich von der umliegenden Landschaft um etwas mehr als 600 Meter abhebt und damit an seinen höchsten Punkten eine Höhe von fast 2600 Metern erreicht. Inmitten der hohen Tafelberge können archäologisch Interessierte ein kulturelles Wunderland erkunden und einen einzigartigen Einblick in diese mystische Welt erhalten.

Geschichte

1888 suchten zwei Cowboys nach verirrten Rindern und entdeckten die verlassenen Höhlenwohnungen. Zum Schutz der Anasazi-Siedlungen wurde am 29. Juni 1906 der heute kulturhistorisch bedeutsamste Nationalpark der Vereinigten Staaten gegründet. Er war nach dem Yellowstone erst der zweite US-Nationalpark und wurde 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Innerhalb des Parks liegen die alten Lehmbauten der Anasazi-Indianer, hineingedrückt in die Steilwände, scheinbar ohne Halt, geschützt nur durch weit hervorstehende Überhänge. Die Anasazi besaßen die Fertigkeiten, erstaunliche architektonische Leistungen zu vollbringen und ihre Pueblos aus Ziegel und Lehm an den unglaublichsten Plätzen zu bauen.

Mesa Verde heute

Als Besucher des Nationalparks kann man nur staunen angesichts dessen, was die Ancestral Puebloans, die Mesa Verde von 600 – 1300 n Chr. bewohnt haben, hier geschaffen haben: hunderte Felswohnungen haben sie in die steilen Felswände gebaut. Wie eine Reise durch die Kulisse eines bildgewaltigen Abenteuerfilms sorgen geführte Wandertouren für einzigartige Einblicke in die mystische Welt einer Hochkultur, die wegen ihrer Architektur, Landwirtschaft und Kunst Berühmtheit erlangte.

Von den rund 600 Felsbehausungen bildeten allerdings nur wenige größere Siedlungen. Die bekanntesten sind Spruce Tree House, Balcony House und Cliff Palace. Letztgenannte ist die größte Felsbehausung Nordamerikas, liegt in einer 27 Meter tiefen und 18 Meter hohen Felswand-Nische und besteht aus rund 200 Räumen. Es gibt außerdem viele Felsgravierungen, die menschliche Formen darstellen.

Cliff Palace im Mesa Verde Nationalpark in Colorado. Foto: usa-reisetraum.de
Cliff Palace im Mesa Verde Nationalpark. Foto: usa-reisetraum.de

Zu den besser erhaltenen Ruinen gehört das Spruce Tree House, das sich über einen kleinen Wanderweg vom Chapin-Mesa-Museum erreichen lässt. Im Winter ist das Spruce Tree House die einzige zu besichtigende Felswohnung, allerdings ist sie mit über 130 Zimmern ohne Zweifel auch die eindrucksvollste.

Andere Ruinen, wie Cliff Palace und Balcony House können nur in geführten Touren besucht oder nur über einen Aussichtspunkt beobachtet werden.

Zwei Wanderwege führen in den Spruce Canyon. Der 4,5 Kilometer lange Petroglyph Point Trail und der 3,4 Kilometer lange Spruce Canyon Trail beginnen beim Spruce Tree House. Vor der Wanderung muss man sich im Ranger’s Office registrieren.

Die Felsbehausungen wurden im 12. Jahrhundert errichtet und etwa 80 Jahre später aus unbekannten Gründen wieder von den Anasazi verlassen.

Unser Fototipp

Natürlich möchte man die Felswohnungen möglichst gut mit der Kamera festhalten, so wie die dunklen Fensterhöhlen, die in starkem Kontrast zu dem sandsteinfarbenen Mauerwerk stehen, die unterirdischen Kivas, die nur von den einfallenden Sonnenstrahlen erhellt werden, oder aber die Felsüberhänge mit ihren schwarzen, grünen, gelben und roten Streifen.

Das beste Licht hat man in den Sommermonaten spätnachmittags bis abends. Abgesehen von den Aussichtspunkten darf man eine Tour durch Cliff Palace, der größten Behausung sowie Balcony House, das man nur über eine Leiter erreicht, nicht verpassen. Farbfotografie ist geeigneter als schwarz-weiß, da das Mauerwerk ansonsten mit dem Hintergrund verschmelzen könnte. Und da man sich auf einem grünen Tafelberg (Mesa Verde) befindet: auch der Panoramaausblick von hier oben ist atemberaubend.

Cliff Palace im Mesa Verde Nationalpark in Colorado, USA. Foto: Denise Chambers/Miles
Cliff Palace im Mesa Verde Nationalpark. Foto: Denise Chambers/Miles

Besucherzentrum

Im Far View Visitor Center kann man sich für Führungen der Ruinen „Cliff Palace“ und „Balcony House“ anmelden. Das Chapin Mesa Museum ist immer einen Besuch wert. Hier erfährt man die Geschichte des Parks.

Camping

Der einzige Campingplatz des Nationalparks befindet sich in der Nähe des Eingangs. Hier gibt es auch eine Snackbar, eine Tankstelle und einen kleinen Lebensmittelmarkt (geöffnet Frühjahr bis Herbst).

Mesa Verde Nationalpark wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/meve (englisch).

Mesa Verde Nationalpark
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 4,75 von 5 Punkten, basierend auf 8 abgegebenen Stimmen.
Loading...
Anzeige

Touren, Ausflüge und Reisen

Das könnte Sie auch interessieren