In Dodge City im Südwesten von Kansas sind historische Bauten erhalten, hier erwacht die Wildwest-Vergangenheit zu neuem Leben. Westernfans erinnern sich sicher noch an die TV-Serie „Rauchende Colts“. Ihre Abenteuer spielten in einem damals hierzulande noch kaum bekannten Wildwestnest namens Dodge City. Heute ist dieses Städtchen bestens bekannt und lebt vor allem von seinem Wildwestimage.

Gegründet 1871, als Versorgungsstation am Santa Fe Trail und nahe dem Militärposten Fort Dodge, blühte auch dieser Ort ab 1876 als Rinder-Verladebahnhof auf. Dodge City galt als „Sodom of the West“, wo sich allerhand zwielichtige Gestalten trafen, unter anderem Bat Masterson oder Wyatt Earp.

Unerbittlich sorgten US Marshall Matt Dillon (James Arness) und sein etwas schusseliger Hilfssheriff Festus Haggan (Ken Curtis) als Titelhelden der langlebigsten TV-Westernserie überhaupt, „Rauchende Colts“ („Gunsmoke“), zwischen 1955 und 1975 in Dodge City für Recht und Ordnung. Zwischen 1967 und 1997 liefen 228 Folgen in Deutschland, 635 in den USA, und dazu wurden fünf Spielfilme gedreht.

„Gunsmoke“ und der Western „Dodge City“ von 1939 mit Errol Flynn und Olivia de Havilland haben dem 28.000-Seelen-Städtchen im Südwesten des US-Bundesstaates Kansas weltweit seinen Stempel als Westernstadt aufgedrückt. Jedes Jahr im Sommer lässt man während der Dodge City Days die „Colts wieder rauchen“, aber auch sonst ist eine Menge geboten.

Longhorn Statue on Front Street, Dodge City, Kansas, USA. Foto: Wikimedia, Public Domain
Longhorn Statue an der Front Street in Dodge City. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Geschichte

Die Wurzeln von Dodge City reichen zurück ins Jahr 1871, als eine erste Ranch entstand und ein Jahr später ein gewisser George Hoover begann, in seinem Saloon Geschäfte mit auf dem Santa Fe Trail vorbeiziehenden Händlern und Soldaten vom nahen Militärposten Fort Dodge zu machen.

Doch erst die Ankunft der Eisenbahn sorgte ab 1876 für Aufschwung: Zunächst wurden Bisonfleisch und -felle von der als „Buffalo City“ bekannten Stadt nach Osten verschickt, dann blühte der Ort auf und Dodge City wurde zu einer der wichtigsten Rinder-Verladestationen im Westen.

Die Idee, Rinderherden aus Texas zu den Eisenbahnknoten in Kansas zu treiben, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf, um der gestiegenen Nachfrage an Fleisch in den wachsenden Metropolen im Ostens gerecht zu werden. Cowboys trieben unzählige Rinderherden auf den legendären „Cattle Drives“ in langen Trecks Richtung Norden, z.B. ab 1867 auf dem Chisholm Trail.

Hatten die Cowboys ihre die Longhorn-Rinder nach mehreren Monaten auf dem Trail verladen und ihren Sold erhalten, vergnügten sie sich anschließend in der Stadt. Es waren Spass und Unterhaltung angesagt – so entstand eine entsprechende „Infrastruktur“ mit Saloons, Bordellen, Bars und Hotels. Dodge City wurde nicht ohne Grund „Little Las Vegas“, „Sodom of the West“ oder „Queen of the Cow Towns“ genannt!

Dies lockte auch allerlei zwielichtige Gestalten an. Um Schießereien zu vermeiden, mussten die Cowboys am Ortseingang ihre Waffen abgeben. Berühmt-berüchtigte und legendäre Revolverhelden wie Bat Masterson und Wyatt Earp sollen sich in den Saloons herumgetrieben und sogar kurzzeitig als Ordnungshüter fungiert haben.

Mit dem Ende der Viehtriebe um 1890 endeten die „wilden Zeiten“ und Dodge City versank in einen Dornröschenschlaf. Filme und die TV-Serie „Gunsmoke“ sorgten dann für ein Revival und heute strömen unter dem Motto: „Get the Heck into Dodge!“ Besucher nicht nur zu den Dodge City Days in die Stadt. Spuren der Viehtriebe sind entlang dem Hwy. 50 erhalten.

Cowboy Silhouettes, Dodge City, Kansas, USA. Foto: KS/OK Tourism
Dodge City, Kansas. Foto: KS/OK Tourism

Etwa 150.000 Besucher erleben jedes Jahr in Dodge City Geschichte hautnah. In der Altstadt von Dodge City sind historische Bauten wie das George Hinkle House (ca. 1880), die First Presbyterian Church (1880) oder die St. Cornelius Episcopal Church (1898) erhalten, aber besonders im Boot Hill Museum erwacht die Wildwest-Vergangenheit zu neuem Leben.

Front Street, Boot Hill Museum, Dodge City, Kansas, USA. Foto: Wikimedia Commons, CC0
Die rekonstruierte Front Street im Boot Hill Museum in Dodge City. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Festivals und Attraktionen in Dodge City/Kansas

Front Street, Boot Hill Museum, Dodge City, Kansas, USA. Foto: KSOK Travel & Tourism

Dodge City Days

Rodeo-Wettbewerbe und Western-Parade
Während der jährlich stattfindenden Dodge City Days, einem „Western-Fest“ Ende Juli, wimmelt es in der Stadt vor Cowboys und Cowgirls. Es finden Rodeos, Konzerte, ein großer Umzug, ein Barbecue-Kochwettbewerb und eine Western Art Show statt. mehr +

Foto: KSOK Travel & Tourism

  • Beim Old Fashioned Fourth of July gibt es Konzerte und Festivitäten für die ganze Familie in der ganzen Stadt und abschließendes großes Feuerwerk.
  • Das Boot Hill Museum in der Front Street ist im Sommer täglich von 8-20 Uhr geöffnet.
  • Das Dodge City Roundup Rodeo findet jedes Jahr Ende Juli statt.

„True Western Town“

Unter den jedes Jahr im Januar gekürten „Top Ten True Western Towns“ des Fachmagazins „True West Magazine“ findet sich Dodge City regelmäßig in den Top 10.

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Quelle: Kansas/Oklahoma Travel & Tourism

Dodge City
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