Der Acadia National Park in Maine zählt wegen seiner überwältigenden Schönheit und Nähe zu den Metropolen der Ostküste zu den zehn beliebtesten Nationalparks der USA. Mai und Juni sind eine besonders empfehlenswerte Zeit, um den Park zu erkunden, denn dann tragen die Lupinen ihre farbigen Blüten.

„In Acadia kann man mit einer Hand fischen und gleichzeitig mit der anderen Hand Blaubeeren pflücken“ – So lautet ein Sprichwort, das auf anschauliche Weise verdeutlicht, was den Nationalpark im Bundesstaat Maine so außergewöhnlich macht, denn nirgendwo sonst an der Ostküste kommen sich Meer und Berge so nah wie an diesem Ort.

Neben Kletterabenteuern können Besucher auch Kayak fahren oder einfach gemütlich durch die beeindruckende Natur spazieren. Obwohl Maine für seine raue, zerklüftete Küste bekannt ist, gibt es im Nationalpark auch tolle Bademöglichkeiten wie den Sand Beach.

Besonders im Mai und im Juni, wenn überall im Park die Lupinen ihre weißen, lila und rosafarbenen Blüten tragen, wird Acadia zu einer wahren Augenweide. Um diese einzigartige Natur in Maine zu bewahren, wurde der Nationalpark auf Betreiben einer Gruppe wohlhabender Gönner um John D. Rockefeller Jr. erdacht und geschaffen. 1916 schenkten sie der amerikanischen Regierung umfangreiche Landflächen unter der Bedingung, ein Schutzgebiet zu gründen. So wurde am 8. Juli 1916 das Sieur de Monts National Monument ins Leben gerufen. 1919 wurde der Park in Lafayette Nationalpark umbenannt. Seinen heutigen Namen erhielt der Park 1929 in Anlehnung an die ehemalige französische Kolonie Acadia, zu der auch Maine gehörte.

Indian Summer: Warme Tage und leichter Frost in der Nacht sorgen dafür, dass sich das Laub der Bäume ab Mitte September in kräftigen Rot-, Orange- und Gelbtönen verfärbt. Wer das Farbspektakel mit einem Bild für die Ewigkeit festhalten möchte, sollte den Acadia National Park besuchen. Ein tolles Bild der Laubverfärbung kann man bei einer Wanderung, Rad- oder Kanutour durch den Park schießen.

Der Großteil des etwa 200 km² großen Parks befindet sich auf der Insel Mount Desert Island, die über einen kurzen Damm mit dem Festland verbunden ist, die übrigen Teile des Parks liegen verstreut auf kleineren Inseln und einer Halbinsel.

Blick über den Jordan Pond, Acadia Nationalpark, Maine, USA. Foto: Maine Office of Tourism
Blick über den Jordan Pond. Foto: Maine Office of Tourism

Mount Desert Oceanarium

Das Mount Desert Oceanarium im Norden der Insel beschäftigt sich ausgiebig mit dem Hummer und betreibt eine der seltenen Aufzuchtstationen. Hier können Besucher Wissenswertes über das Programm erfahren und die Hummer in ihren verschiedenen Wachstumsstadien erleben, bevor sie in die Freiheit entlassen werden. Im Museumsteil des Ozeanariums sind alte Boote und Werkszeuge ausgestellt, die zum Hummerfang eingesetzt werden. Und pensionierte Hummerfischer erzählen Geschichten über die Hummerindustrie in Maine und über das Leben des Hummers außerhalb der Küche. (www.theoceanarium.com)

Bar Harbor

Im Nordosten von Mount Desert Island liegt der alte Fischereihafen Bar Harbor, Hauptort der Insel und Eingang zum Park. Hier finden Reisende zahlreiche Inns, Bed & Breakfasts, Motels und Restaurants. Wer es beschaulicher mag, findet auch in anderen Ortschaften auf der Insel schöne Übernachtungsmöglichkeiten.

Zu den vier Stämmen Maines gehören die Maliseet, Micmac, Penobscot und Passamaquoddy, die zusammen als Wabanaki bekannt sind. Jede Gemeinschaft verfügt über eine eigene Stammesregierung, Gemeinschaftsschulen, ein Kulturhaus und jede verwaltet ihr jeweiliges Land und die natürlichen Ressourcen selbst. Das Abbe Museum in Bar Harbor präsentiert ihre individuelle Geschichte und ihre vielfältigen Kulturen durch Wechselausstellungen, Veranstaltungen und Lehrwerkstätten für Kinder und Erwachsene.

Traumhafte Aussichten auf der Park Loop Road im Acadia Nationalpark in Maine, USA. Foto: Maine Office of Tourism
Traumhafte Aussichten auf der Park Loop Road im Acadia Nationalpark. Foto: Maine Office of Tourism

Park Loop Road

Mitten durch den Nationalpark führt die 44 km lange Panoramastraße Park Loop Road. Vom Besucherzentrum in Hulls Cove aus führt sie zu zahlreichen Wanderwegen und auf die mit 466 m höchste Erhebung an der Ostküste der USA, den Cadillac Mountain, dessen baumfreier Gipfel einen imposanten Ausblick über den Park, das Meer und die Inseln bietet. Berühmtheit erlangte er vor allem, weil er zu bestimmten Zeiten des Jahres der erste Ort in den USA ist, von dem aus man den Sonnenaufgang beobachten kann.

Panoramasicht über den Eagle Lake vom Cadillac Mountain, Acadia Nationalpark, Maine, USA. Foto: Maine Office of Tourism
Panoramasicht über den Eagle Lake vom Cadillac Mountain. Foto: Maine Office of Tourism

Baden und entspannen am Sand Beach

Direkt an der zerklüfteten und von der Brandung umtosten Felsküste führt einer der schönsten Streckenabschnitte der Park Loop Road zum Sand Beach, dem einzigen Sandstrand der sonst von Steinstränden beherrschten Insel. Hierher kommen im Sommer die Sonnenanbeter, die auf der Suche nach Erholung und Strandvergnügen sind.

Sommerspaß am Sand Beach, Acadia Nationalpark, Maine, USA. Foto: Maine Office of Tourism
Sommerspaß am Sand Beach. Foto: Maine Office of Tourism

Sonnenuntergang am Bass Harbor Head Lighthouse

Das Bass Harbor Head Lighthouse wird vom Sonnenuntergang in wunderschöne Farben getaucht, Acadia Nationalpark, Maine, USA. Foto: Maine Office of Tourism
Das Bass Harbor Head Lighthouse wird vom Sonnenuntergang in wunderschöne Farben getaucht. Foto: Maine Office of Tourism
Die Sonnenuntergänge in Acadia sind ein sehenswertes Schauspiel. Besonders vom 1858 erbauten Leuchtturm Bass Harbor Head Light hat man eine herrliche Sicht auf den Ozean und kann farbgewaltige Sonnenuntergänge erleben.

Fahrradtouren

Für idyllische Fahrradtouren eignen sich besonders gut die rund 100 km langen autofreien Wege („Carriage Trails“), die ursprünglich für Pferde und Kutschen angelegt wurden. Sie führen vorbei an Bergen und Bächen und um Gewässer wie den Eagle Lake und den Jordan Pond, der in einer von Eiszeitgletschern geformten Landschaft liegt.

Die zahlreichen Carriage Trails durch die Berge und Täler des Acadia Nationalpark auf Mount Desert Island gehen zurück auf John D. Rockefeller. Er ließ die mit groben Granitsteinen gepflasterten Wege durch den einzigen Nationalpark Neuenglands ab 1913 eigens für seine Pferdefuhrwerke bauen, um auch das Innere der Insel erkunden zu können.

Noch heute begeben sich Fahrradfahrer, Reiter und Wanderer auf den von wilden Blaubeeren gesäumten, historischen Straßen durch die raue, felsige Natur Maines und genießen malerische Ausblicke auf die ursprüngliche Landschaft. Neben den Carriage Trails durchziehen knapp 200 Kilometer Wanderpfade von der Küste durch weite Täler bis in die höheren Bergregionen der Insel den Acadia Nationalpark.

Wanderwege

Wer gut und gern zu Fuß unterwegs ist, sollte den Park auf seinem 200 km umfassenden Netz aus Wanderwegen erkunden. Von leicht zu bewältigenden Wegen bis hin zu anspruchsvollen Felspfaden findet sich für alle Outdoorfreunde die passende Strecke.

Speziell bei abenteuerlustigen und geübten Wanderern beliebt ist der Precipice Pfad, der an einen Klettersteig erinnert. Er ist zwar nur 300 m lang, dafür aber sehr steil, weshalb Eisensprossen und Handgriffe helfen, die hoch aufragenden Felswände zu bewältigen. Bei den geführten, Klettertouren mit der Kletterschule Acadia Mountain Guides können Anfänger und Fortgeschrittene sich auf großartige Ausblicke freuen, da die Touren schnell die Baumgrenze überschreiten und in alpine Berglandschaften führen, von denen aus man eine grenzenlose Fernsicht genießt (www.acadiamountainguides.com).

Wer entlang der dramatischen, zerklüfteten Felsenküste wandern möchte und den Park noch direkter und ursprünglicher erleben möchte, dem sei der Ocean Trail empfohlen. In diesem Fall lässt man das Auto am besten auf dem Parkplatz beim Sand Beach stehen und wandert bis zum Otter Point.

Ein anderer empfehlenswerter Platz für Wasserfreunde ist der Echo Lake, ein schöner und waldgesäumter See, in dessen Nähe sich der 208 m hohe Acadia Mountain erhebt.

Die wilde Küste des Acadia Nationalpark, Maine, USA. Foto: Pixabay #62097, Public Domain
Die wilde Küste des Acadia Nationalpark. Foto: Pixabay, CC0

Wassersport

Wasser spielt in Acadia natürlich ebenfalls eine große Rolle. Um dieses Element hautnah zu spüren, sollten Aktivurlauber auf keinen Fall zwei großartige Wassersportarten verpassen: Bei geführten Touren mit dem Seekajak können auch Besucher ohne Kajakerfahrung die Küste von Maine und den Ozean ganz unmittelbar erleben (www.acadiaparkkayak.com). Und beim leicht zu erlernenden Stand-up Paddling steht man auf einer Art Surfbrett und bewegt sich mit einem Paddel fort, um dabei in aller Ruhe die Natur auf sich wirken zu lassen (www.acadiasup.com).

Besucherzentrum

Der Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet, allerdings sind die meisten Straßen im Winter von Dezember bis April geschlossen. Im von Mitte April bis Mitte Oktober geöffneten Besucherzentrum in Hulls Cove erhält man Informationen und Tipps. Acadia liegt ungefähr 6 Autostunden nördlich von Boston und 3 ½ Autostunden nordöstlich von Portland.

Acadia Nationalpark wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/acad (englisch).

Acadia Nationalpark
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