Die 644 Kilometer lange Küste ist sicherlich das Spektakulärste, was Oregon zu bieten hat. Die abwechslungsreiche Pazifikküste erstreckt sich von der Mündung des Columbia River bis zum Banana Belt (Bananengürtel) an der kalifornischen Grenze. Wilde, von Leuchttürmen begleitete Steilküsten im Norden werden im Süden von sandigen Stränden abgelöst. Der US Highway 101 führt von Astoria im Norden größtenteils am Pazifik entlang.

Felsen, die an Thailand erinnern, Dünenlandschaften, die die Sahara ins Gedächtnis rufen, verschlafene Fischerdörfer und eine atemberaubende Wildnis wechseln einander ab. Hinter jeder Kurve der Panoramastraße verbirgt sich ein neuer, atemberaubender Blick, dem mit einem „Vista Point“ Rechnung getragen wird.

Die Pazifikküste ist ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten. Strandausritte entlang der Küste sind ein unvergessliches Erlebnis, ebenso Spaziergänge, bei denen man neben der beeindruckenden Natur auch Robben zu Gesicht bekommen kann. Alle Strände der Pazifikküste sind öffentlich zugänglich und dürfen sich nicht in privatem Besitz befinden.

Aber auch kleinere Küstenstädtchen wie Seaside oder Cannon Beach gehören hier zum Bild. Die Strecke, die in Oregon als “Pacific Coast Scenic Byway” markiert ist, hat eine Länge von etwa 560 Kilometern und lässt sich in rund zehn Stunden reiner Fahrzeit bewältigen. Empfehlenswert ist es jedoch, sie auf mehrere Tage zu verteilen und eine Übernachtung in stilvollen Resorts, familienfreundlichen Hotels und kleinen Bed & Breakfasts einplanen. Wer lieber „direkter an der Natur“ sein möchte, entscheidet sich am besten für einen der unzähligen Campingplätze in den State Parks – vielleicht auch einmal in einem „Yurt“, einem in Oregon sehr verbreiteten Indianerzelt, das man zum Übernachten mieten kann.

Nationalparks und historische Stätten an der Küste Oregons

Der Lewis and Clark National Historical Park wird vom Long Beach in Washington und dem Cannon Beach in Oregon eingerahmt. Mit dem Ecola State Park, dem Fort Stevens State Park und der Sunset Beach State Recreation Area bietet Oregon auf den Spuren des wohl bekanntesten Entdeckerpaares ein Eldorado für Naturfreunde. Kilometerlange Wanderwege durch historische Wälder, ein dichter Regenwald sowie die direkte Lage an der Pazifikküste komplettieren das Puzzle, das wegen seiner atemberaubenden Landschaft bereits als Kulisse für Filme wie „Die Goonies“, „Gefährliche Brandung“, „Der Kindergarten Cop“ und „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ diente.

Neskowin Ghost Forest

Wenn sich ein Geisterwald aus dem Meer erhebt … Jedes Mal, wenn die Ebbe das Meer an Oregons Küste zurückweichen lässt, können Urlauber ein ganz besonderes Naturspektakel beobachten. Dann erhebt sich der Neskowin Ghost Forest aus den Wellen des Pazifiks und offenbart mehr als 100 uralte Baumstümpfe, die aus dem Sand ragen. Durch ein Erdbeben zerstört, sind von den einst 45 bis 60 Meter hohen Sitka-Fichtenbäumen nur noch die mittlerweile 2.000 Jahre alten Stümpfe übrig. Diese zeugen heute von den Jahren unter Wasser und sind Heimat von Miesmuscheln und anderen Meereslebewesen.

Das gesamte Jahr über können Besucher den Neskowin Ghost Forest besichtigen, der auf dem Gebiet der Neskowin Beach State Recreation Site in der Nähe des Proposal Rock liegt, nur 15 Minuten nördlich von Lincoln City nahe des Highway 101.

Whale Watching

Das ganze Jahr über kann man an Oregons Küste Wale beobachten. Neben einer festen Population von ca. 400 Tieren ist Oregon teil der Wanderroute vom Eismeer in die warmen Gewässer Mexikos: Von Dezember bis Anfang Februar können aufmerksame Beobachter etwa 20.000 Grauwale auf ihrer Wanderung an eigens für diesen Zweck eingerichteten Aussichtspunkten vorbeiziehen sehen. Hier sind auch freiwillige Helfer im Einsatz, die mit Ferngläsern und Informationen beratend zur Seite stehen. Einen weiteren Höhepunkt in der „Wal-Saison“ stellt der Monat Mai dar, wenn die weiblichen Wale mit ihren Jungtieren folgen.

Wer seefest ist, kann den Tieren auf einer der beliebten „Whale Watching Cruises“ auch etwas näher kommen. Ein Anbieter für diese Touren ist zum Beispiel Marine Discovery Tours in Newport (www.marinediscovery.com).

Unheimlicher Name – unheimlich gute Weine

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, geht es in der Flying Dutchman Winery in der kleinen Stadt Otter Rock gar nicht geisterhaft und gruselig zu – im Gegenteil. Die besondere, kleine Weinkellerei liegt direkt an Oregons Küste, rund 13 Kilometer nördlich von Newport. Die Flying Dutchman Winery gibt es seit 1997, zu Beginn war sie Teil eines Restaurants und galt als Oregons erstes „Mikro-Weingut“. Schon der erste Pinot Noir Jahrgang der Flying Dutchman Winery wurde auf der renommierten 1999 Oregon State Fair ausgezeichnet und seitdem gab es zahlreiche Trophäen und Preise für die Weine der Kellerei, die im Nordwesten ein hohes Ansehen genießen.

Da an Oregons Küste keine Trauben gedeihen, besitzt das Gut keine eigenen Weinberge. Winzer und Besitzer Richard Cutler bezieht seine Trauben von fünf namhaften Weingütern im Landesinneren. Viele Kenner der Flying Dutchman Weine sind der Meinung, dass gerade die Lage in Meeresnähe und die salzige Luft den einzigartigen Geschmack der edlen Tropfen ausmachen. Die Frage, was den besonderen Charme der Flying Dutchman Winery ausmacht, ist nicht leicht zu beantworten. Sind es die fantastischen preisgekrönten Weine, das malerische Gut, das zu einem Spaziergang einlädt oder der atemberaubend schöne Blick auf Küste, Strände und Meer? Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus allem. (www.dutchmanwinery.com)

Romantisches Gruseln in Oregons „Light Houses“

Besonders beliebte Aufenthaltsorte für Geister scheinen die Leuchttürme an Oregons Küste zu sein. Viele der Gebäude können auf eine Reihe unheimlicher Ereignisse im Laufe der Jahre zurück blicken und laden so auf eine schauerlich-schöne Entdeckungsreise der Oregon Coast ein.

Rund zwei Kilometer vor der Küste Oregons befindet sich auf einem Felsen mitten im Meer Tillamook Lighthouse. Der 1880/1881 erbaute Leuchtturm ist auch unter dem Namen „Terrible Tilly“ bekannt. Indianischen Legenden zufolge steht er an einem von bösen Geistern heimgesuchten Ort – und tatsächlich scheint in diesem alten Glauben ein Körnchen Wahrheit zu stecken. Noch bevor der erste Stein gelegt war, kamen bei einem schrecklichen Sturm nahe des Felsens 25 Fischer ums Leben. Zeugen dieses furchtbaren Ereignisses wollen ein geisterhaftes Schiff gesehen haben, dass sich seinen Weg durch die Wracks der kleineren Fischerboote bahnte, als ob es die Seelen der Ertrunkenen einsammeln wolle. Unheimliche Geräusche im Leuchtturm gehörten zur Tagesordnung, und in den 1950er Jahren wurde von der Besatzung eines Bootes der Küstenwache inmitten dichten Nebels ein Geisterschiff gesichtet – möglicherweise die Lupatia, die im Januar 1881 kurz vor Inbetriebnahme des Leuchtturms nahe des Felsens unterging. Seit 1957 ist der Leuchtturm nicht mehr in Betrieb. Heute befindet er sich in Privatbesitz und dient als letzte Ruhestätte und Urnenhalle.

Außergewöhnlich übernachten kann man an Oregons Küste. Heceta Head Lighthouse bei Florence zählt zu den meistfotografierten Leuchttürmen an der Oregon Coast, was bei der malerischen Lage keine Überraschung ist. In dem leuchtend weißen Leuchtturmwärter-Gebäude aus dem Jahr 1893 ist heute ein gemütliches Bed & Breakfast untergebracht, das auch mit kulinarischen Frühstücks-Genüssen lockt (sieben Gänge!). Der malerische Küstenabschnitt beheimatet zahlreiche Papageientaucher und Kormorane, und mit ein bisschen Glück kann man hier auch Wale beobachten. Doch Vorsicht: Das Heceta Head Lighthouse hat seinen eigenen Geist – die „Lady in Gray“. Sie war die Frau des stellvertretenden Leuchtturmwärters Ende des 19. Jahrhunderts. Nach dem Tod ihrer Tochter durch Ertrinken beging die „Lady in Gray“ aus Verzweiflung Selbstmord und findet seither keine Ruhe. Mit ein bisschen Glück (oder auch nicht) begegnet man der „Gray Lady“ auf einem ihrer Streifzüge in dem ehemaligen Leuchtturmwärterhaus. Zumindest wenn man den Erzählungen einiger Gäste Glauben schenken darf, die dem freundlichen Geist begegnet sein wollen… (hecetalighthouse.com)

Im Yaquina Bay Lighthouse nahe Newport geht seit über 100 Jahren der Geist von Captain Evan MacClure um. Der Captain, der 1874 ums Leben kam, wurde häufiger in Häusern und Tavernen der Umgebung gesichtet, auf der unermüdlichen Suche nach einem Heim und einer Partnerin. Sein Heim fand der Geisterkapitän schließlich im Yaquina Bay Lighthouse, und auch der Wunsch nach einer Partnerin wurde bald danach erfüllt: Die Tochter eines Kapitäns, die mit ihren Freunden nahe des Leuchtturms picknickte, lief zurück zum Turm, um einen vergessenen Schal zu holen. Als die Freunde ihren Schrei hörten und zu ihrer Hilfe eilen wollten, fanden sie die Tür des Leuchtturmes verschlossen vor, von dem Mädchen fehlte jede Spur. Allerdings wurde der Geist von Captain MacClure seitdem häufiger in Begleitung einer jungen Frau gesichtet…

Natürlich hat auch der meistbesuchte Leuchtturm des Staates, Yaquina Head Lighthouse, einen eigenen Geist beziehungsweise sogar zwei. Der Legende nach stürzte ein Arbeiter während des Baus zu Tode – sein Körper konnte nicht geborgen werden und auch seine Seele soll sich noch im Leuchtturm befinden… Die andere ruhelose Seele gehört Herbert Higgins, in den 1920ern stellvertretender Wärter des Leuchtturms. Higgins schleppte sich schwer krank zur Arbeit und verstarb auf den Stufen des Turms noch bevor er das Leuchtfeuer entzünden konnte. Der pflichtbewusste Mann hat der Legende nach seinen Arbeitsplatz nie mehr verlassen. Die beiden übernatürlichen Zeitgenossen verhalten sich aber verhältnismäßig ruhig und Besucher bei Tage haben eigentlich nichts zu befürchten…

Beste Aussichten für Fahrradtouristen

Der Wild Rivers Coast Scenic Bikeway bietet fantastische Ausblicke auf die schroffe Meereskulisse, die charakteristisch für den südlichen Küstenabschnitt ist. Unter anderem passieren Radler auf der knapp 100 Kilometer langen Tour auch Waldgebiete entlang des Elk River. Beginn der Route ist Port Orford, Fischerdorf und seines Zeichens ältestes Städtchen an Oregons Küste. (rideoregonride.com/road-routes/wild-rivers-coast-scenic-bikeway/)

Ausgezeichnet golfen an der Oregon Coast

Das Golf Resort Bandon Dunes, in unmittelbarer Nähe des Städtchens Bandon, kann mit einer Besonderheit aufwarten, die für wahre Golfsportfans einen interessanten Anreiz darstellt: Links-Plätze. Zum besseren Verständnis für Golfsport-Laien: Echte Links-Plätze, also Golfplätze, die den ursprünglichen Plätzen in Großbritannien zur Anfangszeit des Golfsports nachempfunden sind, gibt es selten. Weltweit existieren davon nur rund 160 Stück. Die Plätze befinden sich auf sogenanntem Links-Land, eine Bezeichnung für die früher häufig als unbrauchbar angesehene Dünenlandschaft zwischen Meer und Ackerland. Diese speziellen landschaftlichen Voraussetzungen werden im Bandon Dunes Resort erfüllt. Bandon Dunes bietet passionierten Golfern Gelegenheit, sich auf einem echten Links-Platz mit den Launen der Natur und des Wetters zu messen.

Insgesamt verfügt Bandon Dunes derzeit über vier fantastische Golfplätze in einer unbeschreiblich schönen Umgebung, rund 30 Meter oberhalb des Pazifiks. Die beiden Plätze Bandon Dunes und Pacific Dunes führen in Teilen oberhalb der Steilküste entlang und eröffnen einen beeindruckenden Blick auf über 35 Kilometer Küstenlinie. Im Gegensatz dazu führt Bandon Trails, der dritte Platz des Resorts, durch Wiesen, Wälder und Dünenlandschaft. Oldmacdonald bietet tolle Ansichten auf Dünen und Meer. Der Platz ist eine Hommage an Charles Blair Macdonald (1856-1939), Mitbegründer der United States Golf Association und bedeutender Golfarchitekt. Weiterhin ist für Mai 2012 die Eröffnung des neuen Golfplatzes Bandon Preserve geplant. Der von den Architekten Bill Coore und Ben Crenshaw entworfene Platz beginnt direkt anschließend an den ersten Abschlag von Bandon Trail und führt dann in Richtung Strand mit einem fantastischen Ausblick auf den Pazifik.

Erwähnenswert ist auch das zwölf Hektar große Trainingszentrum, wo man auf dem Übungsgrün am letzten technischen Feinschliff feilen kann. Selbstverständlich stehen die Unterkünfte und das weitere Angebot des Resorts den erstklassigen Golfplätzen in Nichts nach, und das Thema Service wird hier groß geschrieben. (www.bandondunesgolf.com)

Kein Radio, kein Telefon, kein Fernsehen – nur Literatur

Buchliebhaber werden sich im Sylvia Beach Hotel wie im Paradies fühlen. Das malerische Hotel an der Küste von Newport scheint aus einer anderen Zeit zu stammen – und irgendwie tut es das auch, denn hier wird nicht auf technischen Komfort Wert gelegt, sondern auf literarische Klassiker. In den Zimmern, die teilweise über Meerblick verfügen, gibt es kein Radio, kein Telefon, kein Fernsehen und keinen Internetanschluss, dafür aber Literatur im Überfluss. Jedes Zimmer im Sylvia Beach Hotel trägt den Namen eines bekannten Schriftstellers. Dementsprechend sind die Räume auch ausgestattet – sie spiegeln entweder das Werk oder die Biographie des Autors wider, so dass man vollständig in die literarische Welt seines Lieblingsschriftstellers eintauchen kann. In Räumen mit Namen wie Jane Austen, Tolkien, Dr. Seuss, Hemingway, Shakespeare, Agatha Christie oder Mark Twain ist der Name Programm, und auch zeitgenössischen Autoren wie Amy Tan oder JK Rowling wird hier Rechnung getragen. Der große Leseraum des Hotels lädt zum gemütlichen Schmökern mit Blick aufs Meer und Kaminfeuer ein – da spielt auch schlechtes Wetter keine Rolle. (sylviabeachhotel.com)

Historic New Cliff House, jetzt Sylvia Beach Hotel, Newport, Oregon, USA. Foto: Ian Poellet bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Historic New Cliff House, jetzt Sylvia Beach Hotel, Newport. Foto: Ian Poellet bei Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Geocaching: Schnitzeljagd in Oregon

Der Bundesstaat Oregon ist Geburtsort des modernen Geocaching: Im Mai 2000 wurde bei Estacada in der Mount Hood Region der erste „dokumentierte“ Cache versteckt (und gefunden). Selbstverständlich ist die „Wiege des Geocaching“ auch ein spannendes Reiseziel für alle Geocacher und solche, die es werden wollen.

Geocaching macht nicht nur Spaß, man erfährt auch jede Menge Interessantes und Neues über die Region, in der der Cache (also der „Schatz“) versteckt ist – alles, was man braucht ist ein GPS Gerät oder eine entsprechende Smartphone App und schon kann’s losgehen.

Die GPS gesteuerte Schnitzeljagd gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, von einfachen „klassischen“ Caches über ausgefeilte Rätsel, die erst nach der Auflösung die Koordinaten des Verstecks preis geben, bis hin zu sogenannten „Event Chaches“, bei denen ganze Teams zur Hebung des Geocaches benötigt werden.

Geocache. Foto: Pixabay #53458, Public Domain
Geocache. Foto: Pixabay, CC0

Die rund 320 Kilometer lange Eugene Cascades and Coast Geo Tour durch die Küsten- und Kaskadenregion Oregons ist die erste offizielle „GeoTour“ des Staates. Die Geocaches wurden vom lokalen Tourismusbüro entlang verschiedener Strecken strategisch so versteckt, dass sie Besucher zu den schönsten Plätzen der Region führen – versteckte Wässerfälle, atemberaubende Aussichtspunkte, die bekannten überdachten Brücken und andere Sehenswürdigkeiten, darunter Waldo Lake, Sahalie Falls, Cape Perpetua und das Dee Wright Observatory. So wird klassisches „Sightseeing“ zum Abenteuer für die ganze Familie! (www.eugenecascadescoast.org/geocaching)

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