Der Yosemite Nationalpark, einer der populärsten Nationalparks der USA, liegt inmitten des Gebirgszugs der Sierra Nevada im östlichen Kalifornien. Der über 3.000 km² große Park verläuft über Höhenlagen von 600 bis 4.000 Metern über dem Meeresspiegel. Hierdurch entstehen diverse charakteristische Landschaftsformen: das Yosemite Valley, die Mammutbaumhaine sowie die alpine Hochgebirgswelt.

Yosemite Nationalpark Sign, Kalifornien, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Yosemite Nationalpark. Foto: usa-reisetraum.de
Bereits 1864 wurden mit den Wildnisgebieten Yosemite Valley und Mariposa Grove erste Teile des 1890 gegründeten Nationalparks unter Naturschutz gestellt.

Die verschiedenen Teile des Parks sind über ein 315 km langes Straßennetz mit dem Auto, in manchen Bereichen auch mit kostenlosen Pendelbussen, zu erreichen. Wer Yosemite in seiner ursprünglichen Schönheit kennenlernen möchte, sollte jedoch auf einem der zahlreichen Wege abseits der Straßen wandern. Schon nach kurzer Zeit eröffnet sich hier eine Landschaft von erhabener Größe. Millionen von Menschen haben hier Erholung und Entspannung gefunden und sind sich dabei selbst vielleicht ein bisschen näher gekommen.

Die Geschichte Yosemites begann vor 500 Millionen Jahren, als die Sierra Nevada noch von einem vorzeitlichen Meer überflutet war. Dicke Sedimentschichten lagerten sich nach und nach auf dem Meeresboden ab, der nachfolgend durch gewaltige Erdbewegungen aufgefaltet, gedreht und schließlich über den Meeresspiegel emporgehoben wurde. Gleichzeitig drang aus der Tiefe des Erdinneren geschmolzenes Gestein (Magma) empor und erhärtete unter dem Sediment allmählich zu Granit. Durch Erosion wurde im Laufe der Zeit das Sedimentgestein an vielen Stellen fortgewaschen und der Granit bloßgelegt. Während die Auffaltung noch im Gange war, begannen zunächst Wasser und später Gletscher, sich in den Fels zu nagen und der Landschaft ihre jetzige Form zu geben. Verwitterung und Erosion verändern auch heute noch ständig das Gesicht von Yosemite.

Mirror Lake, Yosemite Valley, Yosemite Nationalpark, Kalifornien, USA. Foto: Pixabay #172165, Public Domain

Yosemite Valley

Die Natur von ihrer besten Seite
Beindruckende Berge, majestätische Wasserfälle, der riesige Felsen Half Dome und der Granitfelsen El Capitan, eine der bekanntesten Kletterstrecken Amerikas, sind hier zu finden. Auch die atemberaubenden Yosemite Falls sind ein unvergleichlicher Anblick! mehr +

Foto: Pixabay

Aktivitäten im Park:

Neben den berühmten Sequoia-Bäumen finden sich atemberaubende Wasserfälle und eine reiche Tierwelt im Park.

  • Wandern: Wenn Sie wandern, sollten Sie die Wege nicht verlassen. Bergsteigen und Bergwandertouren sind etwas für Geübte! Viele Wanderwege sind schwieriger, als sie zunächst erscheinen. Selbst Abstürze aus geringen Höhen nach dem Verlassen des Weges können ernsthafte Verletzungen oder Tod zur Folge haben. Bei Wanderungen entlang steiler Felskanten besteht die Gefahr von Steinschlag. Aus Sicherheitsgründen haben Pferde und Maultiere auf Wanderwegen Vorrang. Treten Sie beiseite und bleiben Sie stehen, bis die Tiere vorbei sind.
     
  • Radfahren: Fahrräder sind nur auf befestigten öffentlichen Straßen, auf Parkplätzen und speziell gekennzeichneten Fahrradwegen zugelassen. Fußgänger sollten die Fußwege benutzen, jedoch müssen Radfahrer stets auf die Sicherheit von Fußgängern, anderen Radfahrern und Tieren achten. Halten Sie sich stets rechts, außer zum Überholen. Auf den Wanderwegen sind Fahrräder nicht zugelassen.
     
  • Angeln ist mit der kalifornischen Fischereierlaubnis gestattet, die im Park erworben werden kann (Sommer: Village Store Sport Shop sowie Wawona Store; Winter: Curry Village Mountain Shop). Für Schonzeiten und Fangmengen gelten die kalifornischen Vorschriften, für das Yosemite Valley ggf. örtliche Vorschriften. Auskünfte erhalten Sie in den Verkaufsstellen oder im Visitor Center.

Wildnisgebiete

Über 94% der Gesamtfläche Yosemites sind Wildnisgebiet. Abseits der Straßen bietet die vielfältige Landschaft sowohl erfahrenen Wanderern als auch Anfängern die Gelegenheit zu mehrtägigen Wanderungen oder Tagsausflügen.

Das über 1.200 km lange Wanderwegenetz in verschiedenen Höhenlagen und Klimaverhältnissen bietet immer neue Ausblicke auf die malerische Landschaft. Auch nahe dem Kamm der Sierra Nevada, in Höhen von über 2.700 Metern, sind längere Wanderungen möglich. Dort ist es naturgemäß kühler, während in den tieferen Lagen wärmere und trockenere Luft vorherrscht.

Zum Schutz der Natur ist für Wanderungen mit Übernachtung eine Sondererlaubnis („wilderness permit“) erforderlich, die in den Rangerstationen, im Wilderness Center oder im Visitor Center kostenlos erhältlich ist. Wanderkarten und Reiseführer zur Planung erhält man dort ebenfalls. Außerdem sind geeignete Ausrüstung und feste Schuhe zwingend erforderlich. Vor allem sollte man sich bemühen, die Natur so unberührt wie möglich zu hinterlassen.

Zudem sollte man sich bei Erhalt der wilderness permit nach Weg und Wetterverhältnissen erkundigen, und Vorschriften hinsichtlich der Lagerfeuer und auch besondere Vorsichtsmaßnahmen im Gebiet der geplanten Tour beachten.
ES ist empfehlenswert, auf den markierten Wegen zu bleiben, keine Abkürzungen zu nehmen und insbesondere die Vorschriften zur Aufbewahrung von Proviant zu beachten! Wer alleine wandert, hinterlässt das Wanderziel und den Zeitpunkt der geplanten Rückkehr im Besucherzentrum. Auskünfte zu Wanderungen mit Pferden oder Maultieren erhält man an jeder Rangerstation. Haustiere und Fahrräder sind im Hinterland nicht zugelassen.

Bergwanderungen in den Hochlagen sind im Sommer wie im Winter reizvoll. Im Winter bietet der Park beim Langlauf oder Schneeschuhlaufen ein völlig anderes Gesicht. Tiefer Schnee bedeckt das Hochland und manche der sonst im Sommer sichtbaren charakteristischen Landschaftselemente. Die einsame Natur ist im Winter gefährlicher als im Sommer. Eine gute Ausrüstung, warme Kleidung und vernünftige Planung sind unerlässlich, um eine Wanderung durch das raue Winterbergland der Sierra Nevada sicher und angenehm zu gestalten.

Mammutbäume (Sequoias)

Im Yosemite Nationalpark gibt es drei Mammutbaumhaine. Mariposa Grove, 56 Kilometer von Yosemite Valley entfernt am Highway 41 gelegen, ist der größte. Tuolumne Grove und Merced Grove befinden sich unweit von Crane Flat entlang des Highway 120.

Trotz menschlicher Einflüsse haben diese Baumriesen, deren Größe in der Tier- und Pflanzenwelt unerreicht ist, ihren Platz über Jahrtausende behauptet. Sequioas existierten bereits zu Beginn der Geschichte der westlichen Welt.

Als ältester noch lebender Baum im Mariposa Grove gilt der etwa 2.700 Jahre alte „Grizzly Giant.“ Die Ökologie der Mammutbäume ist komplex und erst in den vergangenen Jahrzehnten von Wissenschaftlern hinreichend erforscht worden.

Sequoias sind nicht nur hervorragend an die immer wieder auftretenden Waldbrände angepasst, sondern für ihre Vermehrung sogar auf Feuer angewiesen. Holz und Rinde dieser Bäume sind feuerbeständig. Brandspuren an den Stämmen großer, gesunder Bäume sind Zeugen dafür, dass sie zahlreiche Brände überlebt haben. Die winzigen Samen brauchen zur Keimung mineralhaltigen Boden und die Sprösslinge Sonnenlicht.

Früher legten häufige, natürliche Waldbrände das geeignete Samenbeet frei, drängten konkurrierende Arten zurück und ließen eine mineralienreiche Erde zurück. Doch als Folge der jahrzehntelang praktizierten Feuerunterdrückung sammelte sich Altholz am Waldboden an und hemmte so die Fortpflanzung der Mammutbäume. Auf diese Weise konnten schattentolerante Bäume in den Lebensraum der Sequoias vordringen.

Heute werden im Rahmen eines gesteuerten Waldbrandmanagements vom National Park Service künstliche Brände angelegt, die natürliche Waldbrände simulieren und die Wachstumsbedingungen des Waldes verbessern sollen.

Alle drei Haine sind mit dem Auto zu erreichen. Von den jeweiligen Parkplätzen führen kurze Wanderungen zu den Bäumen. Zum Mariposa Grove kann von Mai bis Oktober ein kostenloser Shuttlebus von Wawona aus genutzt werden. Darüber hinaus kann man den Mariposa Grove bei einer Rundfahrt in einem offenen Bus erleben (Tickets sind an den Verkaufsstellen z.B. im Ahwahnee, der Yosemite Lodge oder im Yosemite Village erhältlich). Die Wege sind das ganze Jahr über für Wanderungen oder Skilanglauf geöffnet.

Camping

Camping ist nur auf den ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt, die über den gesamten Park verteilt sind. Einige sind ganzjährig (je einer in Yosemite Valley, Hodgdon Meadow und in Wawona) geöffnet, für die meisten sind Reservierungen erforderlich.

Das Übernachten im eigenen Fahrzeug am Straßenrand oder auf Parkplätzen ist nicht gestattet. Gas- und Elektrizitätsanschlüsse sind nicht vorhanden, jedoch verfügen alle Anlagen über Toiletten sowie Leitungs- oder Flusswasser (letzteres muss vor Gebrauch behandelt werden!). Es gibt einige Campingplätze, die nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben werden (z.B. Camp 4). Campingplätze kosten Gebühren, außerdem gibt es in der Regel eine maximale Aufenthaltsdauer.

Lagerfeuer sind nur auf den offiziellen Campingplätzen sowie in den Wildnisgebieten ausschließlich in den bestehenden Feuerstellen erlaubt. Um die Rauchentwicklung auf ein Mindestmaß zu beschränken, sollte man nur trockenes Holz verwenden. Vor dem Verlassen der Feuerstelle muss diese stets mit Wasser gelöscht werden – schwelende Lagerfeuer können unterirdisch über größere Entfernungen weiterschwelen und dann wieder an die Oberfläche treten, wenn genügend brennbares Material vorhanden ist. Waldbrände sind sofort an die nächste Rangerstation zu melden (Notruf: 911)!

Brennholz: Das Sammeln von Brennholz ist im Yosemite Valley, in den Giant Sequoia Groves sowie in Höhenlagen von über 2.900 Metern verboten. In den anderen Teilen des Parks ist es zulässig. Als Brennholz dürfen nur auf dem Boden liegende tote Äste oder Bäume benutzt werden. Das Abholzen stehender Bäume oder noch mit dem Stamm verbundener Äste, auch wenn sie abgestorben sind, ist nicht erlaubt.

Service

Am Parkeingang, im Visitor Center oder an den Rangerstationen erhalten Besucher kostenlos die Zeitung Yosemite Today, die alle aktuellen Informationen auf einen Blick liefert. Neben dem aktuellen Veranstaltungsprogramm enthält es eine Liste aller Einrichtungen, Dienstleistungen und wichtiger Telefonnummern. Bücher, andere Publikationen und Geschenkartikel können im Buchladen direkt neben dem Visitor Center erworben werden.

Barrierefreiheit: Besucher mit Behinderungen können an den Parkeingängen oder im Visitor Center eine Informationsbroschüre sowie einen Behindertenausweis fürs Auto erhalten, der das Befahren speziell freigegebener Straßen und die Nutzung der Behindertenparkplätze ermöglicht.

Unterkunft und Restaurants

Hotels und Gastronomie: Im Park finden sich eine Reihe von Hotels, Restaurants und Läden. Es wird empfohlen, Hotelzimmer im Park im voraus zu reservieren.

Sicherheitshinweise

Vorsichtsmaßnahmen & Verhaltensregeln: Jedes Jahr kommt es im Park zu Unfällen, die schwere Verletzungen oder manchmal sogar den Tod zur Folge haben. Die Ursachen sind unterschiedlich, allerdings beruhen viele Zwischenfälle erfahrungsgemäß auf Leichtsinn oder dem Unterschätzen potentieller Gefahren.

Flüsse, Bäche und Wasserfälle stellen ein permanentes, heimtückisches Risiko dar; insbesondere bei hohen Wasserständen. Hier sollte man besonders auf unterspülte Ufer und glatte Steine achten. Starke Strömung und kaltes Wasser können tödlich sein. Schwimmen oder waten oberhalb von Wasserfällen oder in schnell fließenden Gewässern ist ebenso gefährlich.

Bären werden vom Geruch von Lebensmitteln angezogen. Auf der Suche nach Lebensmitteln verursachen sie jedes Jahr Sachschäden an Fahrzeugen oder Campingausrüstungen in der Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar. Nach Einbruch der Dunkelheit soll man auf keinen Fall Lebensmittel oder andere aromatisierte oder parfümierte Gegenstände im Auto hinterlassen (z.B. auch keine Kosmetika wie Zahnpasta, Shampoo, etc.) sondern bärensichere Schließfächer zur Aufbewahrung dieser Sachen benutzen. Die unsachgemäße Aufbewahrung von Lebensmitteln ist strafbar und wird in Yosemite streng geahndet.

Pumas (Berglöwen) sind in Yosemite ebenfalls zu Hause. Angriffe auf Menschen sind selten, trotzdem sollte man es vermeiden, alleine zu wandern oder zu joggen. Auch Kinder sollten auf Wanderwegen nicht unbeaufsichtigt vorrennen. Sollten Sie einem Puma begegnen, rennen Sie auf keinen Fall davon und ducken Sie sich nicht. Bewahren Sie Blickkontakt! Nehmen Sie kleine Kinder auf den Arm, fuchteln Sie mit den Armen, rufen Sie, werfen Sie Steine in Richtung Puma. Wenn Sie angegriffen werden sollten, attackieren Sie auf jeden Fall zurück!

Der gesamte Nationalpark steht unter Natur- und Denkmalschutz. Die Schädigung der Natur oder das Mitnehmen historischer Gegenstände ist ebenso untersagt wie das Pflücken von Blumen oder anderen Pflanzen, das Sammeln von Tannenzapfen oder Steinen sowie das Stören, Fangen oder Töten von Tieren. Auch die Fütterung von Kojoten, Wild, Waschbären, Eichhörnchen und Vögeln ist strafbar.

Yosemite Nationalpark wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/yose (englisch).

Yosemite Nationalpark
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 Punkten, basierend auf 2 abgegebenen Stimmen.
Loading...
Anzeige

Touren, Ausflüge und Reisen

Das könnte Sie auch interessieren