Über zwei Millionen Jahre schon gräbt sich der Gunnison River Jahr für Jahr tiefer in das Gestein und formt unermüdlich die Gestalt des Black Canyon, der inzwischen 800 Meter bis zum Fluss abfällt. Die Erosion tat ihr übriges, um das eisgraue Gestein bröckeln und bröseln zu lassen.

Im Westen Colorados hat sich der Gunnison River durch ein Hochplateau gequält und auf rund 80 km Länge eine schmale und hohe Schlucht erschaffen. Der Black Canyon of the Gunnison Nationalpark, der auf keiner Rundreise durch die Region fehlen sollte, erhielt seinen Namen, weil das Sonnenlicht aufgrund der Enge – 12 m an der schmalsten Stelle – selten bis auf den Grund des Canyons fällt und ihn so schwarz erscheinen lässt.

Inner Canyon, Black Canyon of the Gunnison National Park, Colorado, USA. NPS Photo by Lisa Lynch
Schwindelerregende Ausblicke im Black Canyon of the Gunnison. NPS Photo by Lisa Lynch

Besuchern des Parks bieten sich schwindelerregende Ausblicke, wenn in der Schlucht die Felswände so steil in den Gunnison River abfallen, dass am Boden kaum noch Sonnenstrahlen ankommen. Durch die Enge wirkt die Schlucht sehr schwarz, durchzogen von feinen weißen Linien. Mit Hilfe von Geröll bahnt sich der Fluss seinen Weg durch altes Gestein aus dem Präkambrium, weshalb der Canyon nicht wie andere in der Region, die zumeist aus dem viel weicheren Sandstein bestehen, in verschiedenen Schichten verläuft sondern steil und fast senkrecht in die Tiefe geht.

A hiker overlooks the Black Canyon of the Gunnison National Park, Colorado, USA. Foto: Denise Chambers/Miles
Aussichtspunkt im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Foto: Denise Chambers/Miles

Zartrosa schimmern die Felsen der riesigen Schlucht, ein seltenes Zusammenspiel von Farben, Licht und Material schenkt dieser Region einen ganz eigenen Zauber. Der Abstieg hinunter zum Fluss mag etwas beschwerlich sein, unten angekommen aber belohnt die imposante Natur und stille Abgeschiedenheit jede Mühsal tausendfach.

Während der wärmeren Monate des Jahres gehören Rafting, Angeln und Wandern zu den schönsten Möglichkeiten, um den Park zu entdecken. Kletterer sollten an der senkrechten Painted Wall ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen.

Marmorierte Felsen im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark in Colorado, USA. Foto: Colorado Tourism Office
Marmorierte Felsen im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Foto: Colorado Tourism Office

Geschichte

In Millionen von Jahren hat sich der Gunnison River einen über 800 Meter tiefen Canyon in den harten und meist schwarz wirkenden Fels gegraben, der oft von feinen weißen Linien durchzogen ist. Mit Hilfe von Geröll bahnt sich der Fluss seinen Weg durch rund 2 Milliarden Jahre altes Gestein aus dem Präkambrium, weshalb der Canyon nicht wie andere in der Region, die zumeist aus dem viel weicheren Sandstein bestehen, in verschiedenen Schichten verläuft sondern steil und fast senkrecht in die Tiefe geht.

Hier befindet sich mit der 685 m hohen Painted Wall die höchste Felswand in Colorado. Bereits seit 1933 war der Park als Nationalmonument geschützt, am 21. Oktober 1999 wurde er dann vom damaligen Präsidenten Bill Clinton zum Nationalpark ausgerufen. Der Park ist einer von vier Nationalparks in Colorado, jünger ist nur Great Sand Dunes, der im Jahr 2000 zum Nationalpark erhoben wurde.

Grandiose Aussichten auf den Canyon im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark in Colorado, USA. Foto: Colorado Tourism Office
Grandiose Aussichten auf den Canyon. Foto: Colorado Tourism Office

Aussichtspunkte

Der Black Canyon verfügt über einen Nord- und einen Südrand, die beide erschlossen sind und an denen es zahlreiche Aussichtspunkte gibt.

Der South Rim Drive ist rund 11 km lang, 12 Haltebuchten erlauben einen grandiosen Blick in die Schlucht. Manche der Aussichtspunkte liegen direkt an der Straße, manche werden durch einen kurzen Spaziergang erreicht, wo Picknickplätze zu einer kleinen Pause einladen.

Am Südeingang befindet sich auch das Besucherzentrum, in dem man sich weitere Informationen und Kartenmaterial einholen kann.

Den North Rim Drive mit sechs Aussichtspunkten, wo an manchen Stellen die Canyonwände senkrecht in die Tiefe gehen, erreicht man über eine ungeteerte Straße. Am Nordeingang gibt es nur ein Rangerstation.

Blick auf den Gunnison River im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark in Colorado, USA. Foto: Colorado Tourism Office
Blick auf den Gunnison River. Foto: Colorado Tourism Office

Unser Fototipp

Aufgrund der Tiefe und Enge des Canyons ist der Park zugebenermaßen nicht der dankbarste Spot, wenn es um Fotografie geht – aber dafür ist er auch nie überlaufen.

Nicht verpassen sollte man am South Rim den Painted Wall View, Cedar Point sowie Chasm View. Mittags fällt die Sonne direkt auf den Gunnison River, für den Rand eignen sich aber auch die anderen Tageszeiten, dazu gehört auch der Sonnenuntergang.

Der noch weniger besuchte North Rim bietet ebenfalls hervorragende Aussichtspunkte, vom North Vista Trail hat man einen tollen Blick auf den Canyon von oben.

Sonnenuntergang im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark in Colorado, USA. Foto: Colorado Tourism Office
Sonnenuntergang im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Foto: Colorado Tourism Office

Zugang zum Gunnison River

Wer zum Gunnison River fahren möchte, kann dies über die East Portal Road tun. Diese Straße bietet Zugang zur Curecanti National Recreation Area. Hier befindet sich ein Campingplatz und auch Picknickplätze.

Die Straße ist extrem steil (16 % Steigung) mit Haarnadelkurven. Die East Portal Road ist im Winter geschlossen.

Ein weiterer Zugang, der sich in Cimarron (18 Meilen östlich über den Highway 50) befindet, bietet eine alternative Fahrt zum Gunnison River (und Curecanti National Recreation Area).

Wandern

Der Canyon bietet zumeist leichte Wanderungen entlang des Rands oder mitten durch die für die Region typischen niedrigen und oft bizarr verdrehten Pinyon-Kiefern und Wacholderbüsche.

Wer ein Gefühl für den Canyon bekommen möchte, dem empfiehlt sich der Oak Flat Trail, der direkt am Besucherzentrum beginnt und auf dem man rund 120 m am Rand entlang seicht hinabläuft. Dass man sich im höchsten Bundesstaat der USA befindet, merkt man aber, wenn man den Weg wieder sanft nach oben zurückgeht – man befindet sich nicht auf Meereshöhe sondern auf rund 2.500 m.ü.M.

Der Weg hinab zum Fluss ist zwar möglich aber anstrengend und man muss gut vorbereitet sein, denn es gibt keine markierten Wege. Zudem benötigt man eine Erlaubnis, die man sich am Visitor Center kostenlos einholen kann; diese sind jedoch limitiert und werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben.

Auch wenn man am Canyon unbedingt auf den Weg achten sollte, muss man seinen Blick auch mal in die Ferne schweifen lassen, um zwischendurch die dramatische San Juan Bergkette bei Telluride zu erblicken sowie die zahlreichen Vogelarten, die die hervorragende Thermik des Canyons nutzen. Auch den Wanderfalken, der hier gerne nistet, sieht man schonmal, wenn er sich auf der Jagd nach kleineren Vögeln mit bis zu 400 km/h in die Tiefe stürzt.

Regenbogen am South Rim des Black Canyon of the Gunnison Nationalpark in Colorado, USA. NPS Photo by Zach Schierl
Regenbogen am South Rim des Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. NPS Photo by Zach Schierl

Rafting

Aufgrund seiner Beschaffenheit ist der Gunnison River im Nationalpark nicht befahrbar, jedoch unmittelbar im Canyon dahinter, entweder bei einer ganztägigen oder sogar zweitägigen Raftingtour inklusive Camping unten am Fluss. Die Touren werden von Mai bis September angeboten und beginnen in der Nähe von Delta und enden bei Hotchkiss, nachdem man den Fluss auf einer Länge von rund 23 km auf aufregenden Stromschnellen und ruhigen Abschnitten erkundet hat.

Dark Sky Park

Der Nationalpark gehört zu den „International Dark Sky Places„, den Lichtschutzgebieten, in denen man aufgrund der geringen Lichtverschmutzung besonders gut die Sterne beobachten kann. Von Mai bis September geben Ranger und ortsansässige Astronomen bei klarem Wetter jeden Mittwoch, Freitag und Samstag abendliche Einführungen. Ein großes Astronomie-Festival mit besonderen Aktivitäten findet einmal im Jahr statt, Ende Juni am Südrand.

Winter im Black Canyon of the Gunnison National Park

Wenn Schnee den Boden im Winter bedeckt, sorgen Schneeschuhwanderungen, Langlaufen und Campingtrips ins Hinterland für herrliche Aussichten auf den verschneiten Canyon. Besucher werden begeistert sein, was es in den himmlischen Winterlandschaften des Parks zu unternehmen und zu entdecken gibt.

Der 20 Kilometer lange South Rim Drive ist einer der beliebtesten Wanderwege Colorados. Im Winter führt er Langläufer und Schneeschuhwanderer zu atemberaubenden Ausblicken über die schneebedeckten Felswände im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Die Ausrüstung kann man sich in Gunnison, in Montrose und direkt im Park am South Rim Visitor Center ausleihen. Zudem können Besucher mit Rangern auf kostenlose geführte Schneeschuh- und nächtliche Vollmondtouren gehen. Wer den Canyon tagsüber schon beeindruckend findet, sollte ihn sich bei stimmungsvollem Mondschein erst recht nicht entgehen lassen.

Schneetreiben im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark, Colorado, USA. Foto: Colorado Tourism Office
Schneetreiben im Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Foto: Colorado Tourism Office

Übernachtung

Im Park selber gibt es drei Campingplätze, jeweils einen am Süd- und Nordrand sowie im Osten des Parks, dem East Portal. Am besten ausgebaut und über eine geteerte Straße zu erreichen ist der Campingplatz am Südrand, der ganzjährig geöffnet ist und im Sommer auch über Stromanschlüsse verfügt.

Die nächsten Hotels und Restaurants findet man im rund 20 Minuten entfernten Montrose im Westen oder im ca. eine Stunde entfernten Gunnison im Osten.

Allgemeine Informationen

Der Black Canyon of the Gunnison liegt im Westen Colorados nahe Montrose. Sein tiefster Punkt befindet sich am Grund des Canyons auf 1.645 m, der höchste am Signal Hill auf 2.675 m.

Black Canyon of the Gunnison Nationalpark wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/blca (englisch).

Black Canyon of the Gunnison Nationalpark
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