Bei dem Gedanken an Florida fällt Vielen vor allem eines ein: Traumstrände soweit das Auge reicht. Dabei bietet gerade die Region St. Petersburg/Clearwater so viel mehr. Die Sonnenscheinstadt Tarpon Springs steht für griechisches Lebensgefühl mitten in den USA. Mit seiner ehemals weltgrößten Naturschwammproduktion und seinem reichen griechischen Erbe ist Tarpon Springs in Florida eine der außergewöhnlichsten Städte der USA.

Gemeinde mit griechischen Wurzeln

Tarpon Springs Sign, St. Petersburg / Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater
Tarpon Springs. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater
Gefüllte Weinblätter, Moussaka, Bauernsalat, Meeresfrüchte und Baklava – all diese Köstlichkeiten sind hier im Norden der Pinellas-Halbinsel an der Westküste Floridas zu finden. Urlauber reiben sich verwundert die Augen und fragen sich, warum sie mitten in Florida in den Genuss von griechischen Spezialitäten und hellenischem Flair kommen.

Die griechische Enklave Tarpon Springs, etwa 20 Kilometer nördlich von Clearwater im Norden der Pinellas-Halbinsel am Golf von Mexiko gelegen, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Schwammtauchern griechischer Herkunft besiedelt, die bereits in ihrer Heimat diesem Beruf nachgegangen sind. Ein Großteil der rund 20.000 Einwohner hat griechische Wurzeln. Damit hat das schöne Städtchen Tarpon Springs die höchste Konzentration an griechischen Bewohnern in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Grund für diesen hohen Anteil war die kommerzielle Zucht von Badeschwämmen, die 1890 begann.

Sponge Shopping, Tarpon Springs, St. Petersburg / Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater
Shopping in Tarpon Springs. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater
Und durch das leicht hügelige Land, die weiß-hellblauen Häuserfassaden, die Salzwasser-Flussarme und den Einfluss des Golfstroms sind die Lebensbedingungen dem des östlichen Mittelmeerraums nicht ganz unähnlich.

Die Wurzeln von Tarpon Springs reichen allerdings noch tiefer, denn die Gründung der Stadt beruht auf der Naturschwammindustrie. Die Naturschwamm-Bänke wurden in den 1890er Jahren entdeckt und von Schwammtauchern regelrecht erobert.

Damals warb der griechische Unternehmer John Cocoris Fachkräfte an – die Schwammtaucher kamen vor allem von den Dodekanes-Inseln und aus Chalkidiki nach Tarpon Springs.

Schwammtaucher in Tarpon Springs, St. Petersburg/Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit Florida
Schwammtaucher in Tarpon Springs, St. Petersburg/Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit Florida
So wurde Tarpon Springs Anfang des 20. Jahrhunderts zur Welthauptstadt der Schwammfischerei. Jeder zweite Naturschwamm, den man in Europa kaufen konnte, kam aus dem kleinen Ort in Florida. Mehr als 200 Boote waren täglich in den Feldern im Einsatz und bis zum Jahr 1936 hatten sich bereits mehr als 2.000 griechische Siedler in Tarpon Springs niedergelassen.

1947 kam allerdings die Zäsur: Durch zahlreiche Krankheiten gingen die üppigen Felder nach und nach zugrunde, das Geschäft mit den Naturschwämmen ging in die Brüche. Erst durch synthetische Schwammfelder konnte der Industriezweig in den 1980er Jahren wiederbelebt werden, konnte aber nie seine ursprüngliche Bedeutung zurückerlangen.

Der Tourismus ist und bleibt heutzutage der wichtigste Wirtschaftszweig der kleinen Stadt. Noch heute werden in geringen Mengen Naturschwämme vor der Küste Tarpon Springs geerntet und Besucher haben die Möglichkeit die historischen Schwammdocks zu besichtigen und die Schwammtaucher während eines Bootsauflugs bei der Arbeit hautnah zu beobachten.

Sponge Shopping, Tarpon Springs, St. Petersburg / Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater
Shopping in Tarpon Springs. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater

Highlights

Tarpon Springs ist noch ein Geheimtipp in Florida, an dem Besucher in aller Ruhe Urlaub machen können.

  • Am Dodecanese Boulevard liegt das Tarpon Springs Aquarium, in dem Gäste Haibabys und Rochen besichtigen und sogar streicheln können.
     
  • Neben dem Aquarium oder einer Führung durch die Kathedrale verlocken natürlich besonders die Sponge Docks am Dodecanese Boulevard zu einem Ausflug. Diese befinden sich entlang des Anclote River. Hier wurden in den frühen 1900er Jahren große Mengen an Naturschwämmen entdeckt, woraufhin es vor allem griechische Schwammtaucher nach Tarpon Springs zog. Gäste können hier an einer spannenden Schwammtaucher-Bootstour teilnehmen. Wer den Daheimgebliebenen ein Souvenir mitbringen möchte, wird schnell fündig: Von Naturschwämmen über Olivenseife bis zu Haushaltswaren gibt es hier alles, was das Herz begehrt.
Sponge Docks in Tarpon Springs, St. Petersburg/Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit Florida
Sponge Docks in Tarpon Springs. Foto: Visit Florida
  • Die Spongeorama’s Sponge Factory ist ein liebevoll eingerichtetes Theater und Museum. Besucher können Schwämme, Badeprodukte und Souvenirs jeglicher Art ergattern und Schwammtaucher in ihren beeindruckenden Anzügen bei ihrer Arbeit beobachten.
     
  • Wissbegierige Gäste haben die Möglichkeit, direkt von den Sponge Docks mit einer Fähre hinüber zum Anclote Key Preserve State Park mit seinem prächtigen Leuchtturm, dem Anclote Key Lighthouse, zu fahren. Während der Überfahrt erfahren Gäste viel Wissenswertes über die Geschichte von Tarpon Springs, sie sehen Delfine und eine Vielzahl von verschiedenen Vögeln, ganze 43 Arten sind im State Park beheimatet. Der Park besteht aus den Inseln Anclote Key, North Anclote Bar, South Anclote Bar und Three Rooker Island.
     
  • Die Küstenstadt liegt direkt am Anclote River, nur eineinhalb Kilometer vom Golf von Mexiko entfernt. Deswegen sind die Bademöglichkeiten natürlich ausgezeichnet.
     
  • Danach empfiehlt sich ein Besuch des bei Einwohnern beliebten Restaurants Mykonos oder der Hellas Bakery im Dodecanese Boulevard, einem echtem Geheimtipp für köstlich-griechische Desserts.
     
  • Tarpon Springs ist der Sitz der Florida Fudge Factory. In dem leckeren Shop erwarten die Besucher 14 verschiedene Sorten Amish Fudge. Egal, ob mit Erdnussbutter, Walnüssen oder Vanille – Schokoladenliebhaber können das leckere weiche Konfekt in allen Varianten erwerben.
     
  • Vor der historischen Kulisse der Sponge Docks in Tarpon Springs wird fünfmal im Jahr das „Sponge Docks Arts & Crafts Festival“ veranstaltet. Bis zu 100 Künstler und Kunsthandwerker präsentieren hier ihre in den USA hergestellten Waren. Da ist garantiert für jeden etwas dabei, denn das Angebot reicht von Schmuck und Töpferwaren über Pflanzen bis hin zu Fotografien, Gemälden und sogar selbst hergestellter Seife. Besucher des Festivals können nicht nur die historischen Schwammdocks besichtigen, sondern auch Schwammtaucher bei der Arbeit beobachten.
     
  • In Tarpon Springs findet sich in einem kleinen himmelblauen Häuschen die Saint Somewhere Brewery Company, die ihre Besucher vor allem mit traditionellen Ales nach belgischem Vorbild verwöhnt.
     
  • Wer den Daheimgebliebenen ein Souvenir mitbringen möchte, wird am Dodecanses Boulevard fündig. Hier findet sich von Naturschwämmen und Olivenseife bis zu Haushaltswaren alles, was das Herz begehrt.

Wer es also etwas ruhiger und mediterran mag, sollte sich Tarpon Springs auf keinen Fall entgehen lassen.

Veranstaltungshighlight

Auch griechische Traditionen und Bräuche werden hier gelebt. Eines der beliebtesten traditionellen Feste ist das Tauchen nach dem weißen Kreuz, das jedes Jahr zum Dreikönigsfest am 6. Januar zelebriert wird.

Epiphany Celebration, Tarpon Springs, St. Petersburg / Clearwater, Florida, USA. Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater

Tarpon Springs Epiphany Celebration

6. Januar Tarpon Springs
Tauchen nach dem Glück: Die griechische Tradition wird bei der Epiphaniasfeier groß geschrieben. Das Dreikönigsfest ist mit bis zu 50.000 Besuchern das bedeutendste Ereignis von Tarpon Springs. mehr +

Foto: Visit St. Petersburg/Clearwater

Tarpon Springs
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