Madison ist eine Kleinstadtperle am Antebellum Trail, der Reisestraße von Athens nach Macon, die an vielen wunderschönen Häusern aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg und Gärten entlang führt.

Madison wurde mehrfach als schönste Kleinstadt der USA ausgezeichnet. Nachdem General Sherman Atlanta in Brand steckte und Richtung Meer marschierte, verschonte er die Stadt und so blieb das Kleinod mit seiner imposanten Antebellum-Architektur vollständig erhalten. Hier steht eine Südstaatenvilla neben der anderen.

Bemerkenswerte Zeitzeugen sind das Bed & Breakfast Madison Oaks Inn & Gardens als ultimativer Südstaatentraum sowie das Museum Heritage Hall. Drum prüfe, wer sich ewig bindet: Die Südstaatenvilla Heritage Hall verfügt noch über originale Fensterscheiben, in die einst junge Southern Belles mit den Diamanten ihrer Verlobungsringe ihre Namen ritzten, um deren Echtheit zu prüfen.

Das Madison Oaks Inn & Gardens in Madison, Georgia, USA. Foto: Georgia Tourism
Das Madison Oaks Inn & Gardens in Madison. Foto: Georgia Tourism
Gästezimmer im Madison Oaks Inn & Gardens in Madison, Georgia, USA. Foto: Georgia Tourism
Gästezimmer im Madison Oaks Inn & Gardens in Madison. Foto: Georgia Tourism

Umgebung

Um Madison lockt Georgias größter State Park – der Hard Labor Creek State Park – mit allerlei Aktivitäten in der freien Natur. Pferdefreunde frönen ihre Leidenschaft auf der Southern Cross Guest Ranch und auf Golfer warten preisgekrönte Golf Plantagen wie Cuscowilla, Reynolds Landing, Harbor Club oder Reynolds Plantation.

Steffen Thomas Museum of Art

Auch ein Deutscher hat in Madison seine Spuren hinterlassen. Das Steffen Thomas Museum of Art bewahrt nicht nur seine expressionistischen Kunstwerke, sondern dient zugleich als Bildungsstätte für Kinder und Familien, die ihr kreatives Talent entdecken und fördern möchten.

Deutscher Expressionismus aus Georgia

Ein Geheimtipp ist das Steffen Thomas Museum of Art im winzigen Ort Buckhead bei Madison. In einem unscheinbaren Bau mitten auf dem Lande sieht man beeindrucktende Arbeiten des deutschen Malers und Bildhauers Steffen Thomas, der als junger Mann in die USA auswanderte und eine deutsch-amerikanische Ausprägung des Expressionismus schuf.

Dieses Buckhead sollte man nicht mit dem gleichnamigen Stadtteil von Atlanta verwechseln. Hier findet man nicht etwa die Wolkenkratzer einer Weltstadt, wohl aber Kunst auf Weltniveau von einem ganz besonderen Menschen. Der bedeutende Vertreter des Expressionismus in Bildhauerei und Malerei Steffen Thomas wurde 1906 in Fürth geboren, besuchte dort die Kunstschule und danach die Hochschule der Künste in München. Mit 22 Jahren wanderte er in die USA aus. Nach ersten Erfolgen in Miami avancierte er in Atlanta schnell zum international hoch angesehenen Künstler.

Steffen Thomas starb im Jahr 1990. Die große Ausstellungshalle mitten auf dem flachen Land bei Madison zeigt viele seiner Plastiken und Gemälde, aber auch Möbel, Mosaiken und Skulpturen aus Papier. Steffen Thomas fertigte viele Auftragsarbeiten, darunter auch „Kunst am Bau“ in Florida, vernachlässigte dabei aber niemals seine ganz eigenen künstlerischen Vorstellungen. Viele Arbeiten, die er aus dem Herzen schuf und nie zum Verkauf anbot, sind jetzt in dem Museum zu bewundern. Besucher aus Europa zeigen sich völlig überrascht von der hohen Qualität und fragen sich, wann endlich eine Kunsthalle aus dem Heimatland Steffens Thomas‘ diesen Schatz entdeckt und ausstellt.

Anders als viele andere deutsche Künstler und Intellektuelle kam Steffen Thomas nicht auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in die USA, sondern schon fünf Jahre vor deren Machtergreifung. Der noch jugendliche Thomas erarbeitete sich selbst die Überfahrt, weil er von Amerika begeistert war – und er blieb es auch später. Nach einem kurzen Aufenthalt in Alabama zog er schon 1930 nach Atlanta. Im Jahr 1933 heiratete er die Südstaatenschönheit Sara Douglass, und zwei Jahre später nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Mit seiner Frau hatte er vier Kinder; er blieb ihr treu bis zu seinem Tod. Die Witwe versuchte zunächst, ein Museum in Midtown Atlanta zu schaffen, wo ihr Ehemann seit 1973 sein Studio hatte. Als sich dies aber nicht realisieren ließ, wich sie aus nach Buckhead bei Madsion in die Nähe eines Sohns. 1997 wurde das Museum eröffnet.

Das Steffen Thomas Museum of Art findet man fünf Meilen südöstlich der Stadt an der Bethany Road. Das gemeinnützige Haus engagiert sich auch mit Kunstpädagogik, insbesondere für Schulklassen aus der Region. Einige Workshops können von Reisenden gebucht werden. Die Teilnahme kostet acht Dollar für Erwachsene und sechs Dollar für Kinder.

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