Spätestens in Portland endet jede Durststrecke – das lässt sich mit Sicherheit behaupten. Während ein selbstgebrautes „kühles Blondes“ oder ein Glas Wein aus der Region die Favoriten des Feierabends sind, darf es morgens oder nachmittags gern ein frisch gebrühter Kaffee oder Tee sein.

Es gab eine Zeit, in der Regen die Flüssigkeit war, die man am ehesten mit Portland und Oregon in Verbindung brachte. Diesen „flüssigen Sonnenschein“ haben sich die Einwohner zunutze gemacht, und brauen heutzutage ihr eigenes Bier, setzen frischen Kaffee und Tee auf und mixen einfallsreiche Cocktails. Zudem hilft der viele Regen ungemein beim Anbau von Wein, Hopfen und Gerste.

Dass Portland die neue Hauptstadt der Kleinbrauereien, der sogenannten Microbreweries ist, hat sich längst herumgesprochen. Und auch der lokale Pinot Noir erlangte bereits Weltruhm. Gerade in der nasskalten Jahreszeit erfreut man sich auch an der großen Vielfalt an Kneipen, Cafés und Tee-Häusern.

Auf Grund von Oregons Lage und den guten klimatischen Bedingungen ist die Vielfalt an frischen regionalen und nachhaltig angebauten Zutaten riesig – und darauf wird in den hiesigen Restaurants viel Wert gelegt. Die beliebten (und mittlerweile weltweit bekannten) Foodcourts bieten eine große Auswahl an internationalen Spezialitäten.

An jeder Ecke findet man Weinkellereien, Schnapsbrennereien und kleine, eigenständige Brauereien. Rund 30 der „Mircobreweries“ gibt es in Portland – weswegen die Stadt übrigens auch „Beervana“ genannt wird.

Bier aus Portland

Bier ist, ausgehend von Oregon, in den USA wieder ein Stück Lebenskultur geworden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Portland das Epizentrum des Bierbrauhandwerks in den USA. Es gibt hier mehr Brauereien und Kneipen als in jeder anderen amerikanischen Stadt.

Innovative Braumeister, die ihr Handwerk zum großen Teil in Deutschland, Großbritannien oder Belgien gelernt haben, schufen die hiesige Bierszene mit Microbreweries und Brewpubs. Allein Portland zählt knapp 40 Brauereien – 70 Brauereien und Pubs sind es in ganz Oregon. Die gemütlichen Kneipen bieten neben handfester Kost in rustikaler Atmosphäre auch Livemusik und den ein oder anderen Biergarten.

Die Hopworks Urban Brewery im östlichen Teil Portlands serviert ausschließlich Biere mit Zutaten aus biologischem Anbau. Das Gebäude, das einst als Lagerhalle für Traktoren diente, ist die heute so angesagte Bio-Bierstube. In der Küche werden neben pestizid- und düngemittelfreien Zutaten für das selbstgebraute Bier auch biologisch angebaute Produkte für Pizza und Sandwiches verwendet. Des Weiteren wird die Hitze des Ofens wiederverwertet – zum Erwärmen des Wassers. Fazit: Mit dem Besuch in dieser Brauerei tragen die Gäste ebenfalls zur Erhaltung der Umwelt bei!

Hopworks Urban Brewery Bikebar in Portland, Oregon, USA. Foto: Jamie Francis, Travel Portland
Hopworks Urban Brewery Bikebar in Portland. Foto: Jamie Francis, Travel Portland

Kaffee aus Portland

Das Interesse an Kaffeekultur stieg seit den 1980er-Jahren enorm an. In Seattle entstand zwar die bis heute größte Coffeeshop-Kette der USA, aber in Portland legt man auch heute noch Wert auf sortenreine, liebevoll von Hand zubereitete Wachmacher – so unterstützen die Einwohner kleine, individuelle Cafés ebenso gern wie Microbreweries, Schnapsbrennereien und lokale Weinbauern. Die Cafébetreiber Portlands haben sich fast ausschließlich zu „Fair Trade“ verpflichtet und legen großen Wert auf biologisch angebaute Bohnen von bester Qualität.

Duane Sorenson ist als Portlands Pionier des hochwertigen Kaffees und als Erfinder des Begriffs „Third Wave Coffee“ bekannt, was im Grunde bedeutet, Kaffee nicht nur als reine Konsumware zu betrachten, sondern ihn in höchster Form kulinarisch zu wertschätzen. Sorenson gründete die bekannteste Coffeeshop-Kette Oregons, Stumptown Coffee.

Weitere bekannte Cafés und Coffeeshops in Portland sind World Cup in Nob Hill und im Buchladen „Powell’s City of Books”, Ristretto auf der North Williams Avenue, sowie Urban Grind im Pearl District.

Courier Coffee auf der Southwest Oak Street besticht nicht nur durch einzigartige koffeinhaltige Heißgetränke, sondern auch durch frische selbstgemachte Backwaren.

Die Cafébetreiber Portlands haben sich fast ausschließlich zu „Fair Trade“ verpflichtet und legen hohen Wert auf biologisch angebaute Bohnen von bester Qualität. So befindet sich in Portland auch die Hauptverwaltung von Sustainable Harvest, dem weltweit größten unabhängigen Importeur von Fair-Trade-Kaffee, mit Zweigstellen in Mexiko, Peru und Tansania.

Coffee Beans Kaffee Bohnen Cup Tasse. Foto: Pixabay, CC0
Portland ist ein Paradies für Kaffeeliebhaber. Foto: Pixabay, CC0

Hier noch zwei Geheimtipps, falls Sie außerhalb von Portland Lust auf eine Kaffeepause verspüren:

  • Im kleinen Städtchen Joseph im Osten Oregons heißt der Familienbetrieb Red Horse Coffee seine Gäste herzlich willkommen – mit köstlichen Snacks und feinstem Kaffee aus der hauseigenen Rösterei.
  • Etwas weiter nördlich, in Enterprise, befindet sich das Red Rooster Café. In einem freundlich-gemütlichen Ambiente kann man sich entspannt zurücklehnen und einen frischgebrühten Kaffee aus der Cafetière genießen.

Tee aus Portland

Wer ein Tässchen Tee bevorzugt, befindet sich in Portland ebenfalls genau am richtigen Ort: Steven Smith gründete als bekanntester Teezubereiter der USA die beiden großen Unternehmen Stash Tea und Tazo Tea. Letzteres hat vor allem durch den Vertrieb bei der Coffeeshop-Kette Starbucks weltweite Bekanntheit erlangt.

Der „Meister des Tees“ entwickelt außerdem in seinem kleinen Laden Smith Teamaker in Portland – westlich des Pearl District – eine Vielzahl von aromatischen Tees aus den verschiedensten Zutaten. Besucher können beim Mischen der Tees zuschauen oder eine Tasse des leckeren Getränks genießen. Mit ein bisschen Glück stellt Ihnen Steven Smith sogar persönlich Ihren eigenen Lieblingstee zusammen.

Teeliebhaber sollten dem Tower of Cosmic Reflection unbedingt einen Besuch abstatten. Das Café und Teehaus im Lan Su Chinese Garden entstand als gemeinschaftliches Projekt von der Stadt Portland und der chinesischen Schwesterstadt Suzhou. Der Ausblick vom ersten Stock gilt als einer der Schönsten der Stadt. Das Gebäude, an dessen Gestaltung über 80 Künstler mitwirkten, verdankt seinen Namen der „Spiegelung des Kosmos“ im Zither Lake vor dem Teehaus.

Ein Stück japanische Tee-Kultur wird Besuchern des Portland Japanese Garden vermittelt. In Aufbau und Struktur dem japanischen Original nachempfunden, ist der dortige Teegarten ein Ort, in dem die Dinge im Einklang mit der Natur stehen. Im Teehaus des Gartens werden diverse Veranstaltungen rund ums Thema Tee angeboten.

Japanischer Tee im Umami Cafe by Ajinomoto im Portland Japanese Garden, Portland, Oregon, USA. Foto: Bruce Forster / Portland Japanese Garden
Japanischer Tee im Umami Cafe im Portland Japanese Garden. Foto: Bruce Forster / Portland Japanese Garden

Darüber hinaus gibt es noch andere Tee-Häuser in Portland, die eine Vielzahl an Sorten und Mischungen aus der ganzen Welt anbieten, zum Beispiel Foxfire Tea, Jasmine Pearl Tea Merchants und Tao of Tea.

Spirituosen aus Portland

Portlands süffiges Bier, die leckeren Weine und die ausgeprägte Kaffeekultur sind weit über die Grenzen der Stadt hinaus berühmt. Etwas weniger bekannt sind die mindestens ebenso bemerkenswerten Spirituosen der Region! In Portlands Central Eastside Industrial District haben sich mehrere Destillerien zusammengeschlossen und die Distillery Row gegründet.

Unter diesem Namen bieten sie gemeinsame Öffnungszeiten und Verkostungen sowie eine Walking Tour zu den einzelnen Brennereien an. Der neue Distillery Row Passport beinhaltet neben den Gebühren für die Verkostung auch detaillierte Informationen über die Produkte der einzelnen Destillerien.

Essen und genießen in Portland

Portland ist die Stadt der „Food Trucks“. Die Imbiss-Laster stehen zur Mittagszeit überall herum und bieten frisch zubereitete Gerichte aus der ganzen Welt an. Auch sind hier in Oregon „vegan“ und „vegetarisch“ keine Fremdwörter – im Gegenteil: Die Portländer sind gewissenhaft und ernährungsbewusst. Deshalb gibt es viele Restaurants mit entsprechender Auswahl auf der Karte, zum Beispiel Hungry Tiger, Portobello oder Bye and Bye.

Natürlich gibt es auch genügend Restaurant-Optionen für Fleischliebhaber. Schweinebauch wird hier sehr gern aufgetischt, manchmal findet man ihn auch auf Süßgebäck in der einen oder anderen Bäckerei – schließlich ist man hier nicht nur einfallsreich, sondern weiß auch, was gut schmeckt.

Die Eisdiele Salt and Straw ist ebenfalls ein gutes Beispiel für kreativen Erfolg in Portland. An mittlerweile drei Standorten in der Stadt kann man Eissorten wie Himbeer-Zitrone-Basilikum, Birne-Gorgonzola oder Honig-Balsamico-Erdbeer probieren – und ja, auch hier wird zur Zeit eine Sorte angeboten, die neben Nougat und Pekannüssen auch Schinkenspeck enthält!

Kommen Sie nach Portland – bei der Vielfalt an gemütlichen, individuellen Cafés, Teehäusern und Restaurants finden auch Sie einen Ort zum Zurücklehnen und Probieren ganz nach Ihrem Geschmack. Lassen Sie einfach mal die Seele baumeln und genießen Sie die kulinarischen Spezialitäten.

Portland kulinarisch
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