Die 1876 von Farmern gegründete Stadt Flagstaff ist eine der größten Städte im Norden Arizona, umgeben von mit Pinien bewaldeten Bergen und alten Vulkanhügeln. Der Ort begeistert mit seiner langen Eisenbahngeschichte und Erinnerungen an den Goldgräberhype.

Flagstaff ist eine der charmantesten Städte im Grand Canyon State und hat sich etwas von dem Flair einer Pionierstadt erhalten: Eine lebendige, attraktive Altstadt mit historischen Hotels, vielen Straßencafés, Restaurants und einer Bierbrauerei, kleinen Boutiquen und Läden sowie dem Pfeifsignal der Züge, die tags und nachts den zentral gelegenen kleinen Bahnhof passieren.

Im Winter verwandeln sich die Höhenzüge in ein verschneites Paradies für Skifahrer. Mitten durch Flagstaff verläuft die alte Route 66, die durch die Interstate 40 vollständig ersetzt wurde.

Hotel Weatherford, Flagstaff, Arizona, USA. Foto: Pixabay #210538, Public Domain
Hotel Weatherford in Flagstaff. Foto: Pixabay, CC0

Hotel Monte Vista

Dieses Ambiente wussten auch die Stars des nahen Hollywood zu schätzen. In den 40er und 50er Jahren gastierten zahlreiche Filmgrößen in Flagstaffs Hotel Monte Vista, das im Herzen der Stadt mit seiner historischen Fassade ins Auge sticht und bis heute Gäste willkommen heißt. Zu den prominentesten Besuchern gehörten unter anderem Clarke Gable, Humphrey Bogart, John Wayne, aber auch Michael J. Fox, Jon Bon Jovi und Freddy Mercury. In einem Zimmer des Hotels wurde 1942 sogar eine Szene für den US-Liebesfilm „Casablanca“ gedreht.

Lowell Observatory

Zu den sehenswerten Attraktionen in der Universitätsstadt Flagstaff gehört das 1894 erbaute Planetarium Lowell Observatory, von wo aus Forscher erstmals den Pluto entdeckten.

Ein geschichtsträchtiges Highlight ist die Entdeckung des Planeten Pluto, die 1930 im Lowell Observatory in Flagstaff stattfand. Die Sternwarte wurde 1894 vom Astronomen Percival Lowell gegründet, im Jahr 1965 vom Innenministerium als National Historic Landmark anerkannt und wird noch heute aktiv für Himmelsforschung betrieben. Täglich werden Führungen und Lesungen in dem berühmten Planetarium mit seinen zahlreichen Riesenteleskopen veranstaltet. Sobald es dunkel wird, ist ein Blick in den berühmten Sternenhimmel des Südwestens ein Muss. Besucher können auch an den Wochenenden und auch nachts in die Sterne schauen. (www.lowell.edu)

Arizona Snowbowl, Winter, Flagstaff, Arizona, USA. Foto: Arizona Snowbowl

Arizona Snowbowl

Eines der ältesten Skigebiete Nordamerikas
Abwechslung von der heißen Wüste verspricht das Skigebiet Arizona Snowbowl in Flagstaff. In etwa 2.900 Metern Höhe liegt es auf dem Humphreys Peak inmitten der Bergkette San Francisco Peaks. mehr +

Foto: Arizona Snowbowl

Weitere Highlights

  • Außerdem in Flagstaff ansässig ist das USGS-Zentrum für Astrologie. Hier war es der Geologe und Astronom Eugene Shoemaker, der im Jahr 1969 maßgeblich an den Vorbereitungen zur legendären Mondlandung beteiligt war. Das USGS-Zentrum-Team arbeitet eng mit der NASA zusammen. Von Studenten und Wissenschaftlern wird die Einrichtung gerne zu Forschungszwecken genutzt. (astrogeology.usgs.gov)
     
  • Das renommierte Museum of Northern Arizona beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen im Südwesten der USA.
Easton Collection Center, Museum of Northern Arizona, Flagstaff, Arizona, USA. Foto: Flagstaff CVB
Easton Collection Center, Museum of Northern Arizona in Flagstaff. Foto: Flagstaff CVB
  • Einmal im Jahr können Besucher extrem laut aufheulende Motoren, schnittige Sportautos und liebgewonnene Oldtimer bewundern. Denn in der historischen Altstadt präsentiert sich die Flagstaff Route 66 Days Charity Car Show, bei der Autoträume wahr werden.
     
  • Das Flagstaff Nordic Center liegt in den San Francisco Peaks im Coconino National Forest etwa 15 Meilen von Flagstaff entfernt. Die Wege führen durch den größten Gelbkieferwald im gesamten Bundestaat. Die Skigebiete in dem sonst eher für den Grand Canyon, die legendäre Route 66 und die Wüsten voller üppiger grüner Kakteen bekannten US-Bundesstaat Arizona haben vom Winter bis ins Frühjahr hinein Saison, so dass alle Winterenthusiasten hier voll auf ihre Kosten kommen und allen schneebegeisterten Besuchern perfekter Winterspaß garantiert ist. (www.flagstaffnordiccenter.com)

Brauereibesuch

Bierliebhaber aufgepasst! Bittersüß schmeckt das Chocolatey Lost Highway Black IPA von der Mother Road Brewing in Flagstaff. Das expressofarbige Bier enthält Noten dunklen Karamells und Spuren bitterer Schokolade mit Orangen verfeinert. (motherroadbeer.com)

Umgebung

Flagstaff ist einer der besten Ausgangspunkte, um den Grand Canyon State, seine typischen Landschaften und seine kulturelle Vielfalt, zu erkunden. Von den alpinen Berghöhen des über 3.800 Meter hohen San Francisco Peak und den darunter liegenden Pinienwäldern bis zur charakteristischen Wüstenkulisse des Navajo Indianerreservats hat die alte Westernstadt alles zu bieten. Arizonas höchster Bergzug, San Francisco Peak, bleibt mit seinen oft Schnee bedeckten Kuppen immer in Sichtweite.

In der näheren Umgebung von Flagstaff können Reisende bei einem Besuch des Wupatki National Monuments und des Walnut Canyon National Monuments noch einmal in die indianische Vergangenheit der Region eintauchen: hier befinden sich indianische Ruinenstätten aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Geschützt und tief in die Felswände der Bergschluchten eingebaut, haben hier vor rund 700 Jahren Indianer ihre „Wohnungen“ errichtet. Das Colorado Plateau im Norden Arizonas ist bekannt für seine gut erhaltenen archäologischen Zeugnisse. Einige der Ruinen des Walnut Canyon lassen sich heute noch betreten.

Die vulkanische Beschaffenheit der Region um Flagstaff lässt sich am besten bei einem Ausflug zum Sunset Crater Volcano National Monument erkunden: Der etwa 300 Meter hohe Krater bildete sich nach einem Vulkanausbruch im 11. Jahrhundert und ist der jüngste Vulkan auf dem Colorado Plateau. Der Vulkan hat eine einzigartige Lavalandschaft hinterlassen, durch die die Besucher auf dem Lava Loop Trail wandern können.

Der Navajo Stamm, der zweitgrößte Stamm der USA, verbindet die Casinoatmosphäre mit der traditionellen Indianerkultur. In seinem Resort Twin Arrows Navajo Casino Resort östlich von Flagstaff erleben die Besucher die reiche Geschichte des Stammes gepaart mit einem Casino Erlebnis der besonderen Art. Luxuriöse Zimmer, ein von der Kultur inspiriertes Gourmet-Restaurant, ein Pool und ein Fitness-Center machen einen Urlaub dort einzigartig. Kein Wunder, dass das Hotel bereits von TripAdvisor mit dem Certificate of Excellence ausgezeichnet wurde.

Enorme Naturgewalten

Mitten in der endlosen Weite der Wüste könnte man meinen, man befände sich in der Kulisse eines „Krieg der Sterne“ Films. Mitten auf dem südlichen Colorado Plateau, nur 35 Minuten östlich von Flagstaff, befindet sich einer der größten Meteoriteneinschlagskrater weltweit. Der sogenannte Meteor Crater oder Barringer Crater, benannt nach seinem Entdecker Daniel Moreau Barringer, seines Zeichens Bergbauingenieur, war der weltweit erste, der eindeutig als Meteoriteneinschlagskrater auf der Erde identifiziert wurde.

Meteor Crater, auch Barringer Crater, zwischen Flagstaff und Winslow in Arizona, USA. Foto: Martin Ezequiel Sanchez, Unsplash, CC0
Meteor Crater, auch Barringer Crater, zwischen Flagstaff und Winslow in Arizona. Foto: Martin Ezequiel Sanchez, Unsplash, CC0

Ein gewaltiger Meteorit mit rund 25 Metern Durchmesser, schlug vor etwa 50.000 Jahren in die Erdoberfläche ein und hinterließ einen gigantischen Krater von unglaublichen 1,2 Kilometern Durchmesser und einer Tiefe von 180 Metern. In der Nähe des Kraterrands gibt es das Visitors Center, in dem anhand von Videos, Schaubildern und Modellen die Bedeutung des Einschlags für die Wissenschaft eindrucksvoll veranschaulicht wird. Wer genug Ausdauer besitzt, kann den Kraterrand auf einer Strecke von dreieinhalb Meilen zu Fuß umrunden. (meteorcrater.com)

Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Mondmissionen

Als Neil Armstrong am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat, machte er sich unsterblich. In den folgenden drei Jahren spazierten 11 weitere Menschen über die Mondoberfläche. Möglich wurde diese Meisterleistung nur durch jahrelange Vorbereitung. Viele Hürden wurden in der Gegend um Flagstaff genommen. Dazu zählen die Ausbildung der Astronauten, das Testen der Technik und die Mondkartierung.

Bevor Neil Armstrong vor 50 Jahren mit einem Spaziergang auf dem Mond einen großen Schritt für die Menschheit machte, musste er zuerst als Astronaut laufen lernen. Dafür trainierten er und seine Kollegen die Mondlandung in Flagstaff, weil die Geographie rund um die Stadt herum in ihrer rauen Beschaffenheit die der Mondoberfläche ähnelt.

Highlights und Spuren des Trainings rund um Flagstaff

1963 wurde mit dem Training in Flagstaff begonnen. Viele Astronauten, zu denen auch Armstrong gehörte, übten die Mondlandung unter anderem auf dem Gelände des Meteor Crater. Mitten in der endlosen Weite der Wüste fühlt es sich an, als befände man sich in einer Star Wars-Kulisse. Auf dem südlichen Colorado Plateau, nur 35 Minuten östlich von Flagstaff, liegt einer der größten Meteoriteneinschlagskrater weltweit. Der Meteor Crater entstand, als ein gewaltiger Meteorit mit rund 25 Metern Durchmessern vor etwa 50.000 Jahren auf der Erde einschlug und einen Krater von 1,2 Kilometern Durchmesser hinterließ. In der Nähe des Rands informiert ein Besucherzentrum anhand von Videos, Schaubildern und Modellen über die Bedeutung des Einschlags für die Wissenschaft.

Auch der nahegelegene Cinder Lake mit seinen schwarzen Vulkanfeldern eignete sich hervorragend, um Raumanzüge und Fluggeräte zu testen und die Fähigkeiten als Mondrover-Fahrer zu perfektionieren. Dieser Ort wurde wegen seines porösen vulkanischen Kieses ausgewählt, was dem Mondgestein sehr ähnlich ist. Um die Oberfläche des Mondes jedoch genau zu simulieren, haben die Wissenschaftler auf einem Teil des Aschesees ein mondähnliches Schlaglochfeld erstellt. Mit hunderten Pfund Dynamit schufen die NASA-Wissenschaftler ein zum geplanten Landebereich identisches Feld an Kratern.

Doch nicht nur körperliches Training stand auf dem Stundenplan, sondern auch das Studieren der Mondoberfläche war grundlegender Bestandteil. Dabei spielte das Lowell-Observatorium eine entscheidende Rolle. Hier arbeiteten von 1961 bis 1969 Wissenschaftler und Künstler zusammen, um detaillierte Karten der Mondoberfläche zu erstellen. Interessierte Besucher können tagsüber an geführten Touren über das Gelände teilnehmen oder in den Abendstunden den Sternenhimmel mit dem kürzlich wieder instandgesetzten Clark 24″ Refractor-Teleskop betrachten.

Flagstaff
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