In endlosen Reihen warten die altgedienten Riesen der Lüfte auf ihr ungewisses Schicksal. Über 4.000 Fluggeräte stehen auf dem eindrucksvollen Friedhof mit dem Spitznamen „The Boneyard“ in der glühend heißen Wüstensonne von Tucson. Manche werden nur kurzfristig geparkt, dem Großteil aber droht die Verschrottung.

Mit einer Fläche von etwa 1.400 Fußballfeldern ist das Gelände auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson das weltweit Größte seiner Art und aufgrund seines morbiden Charmes ein absolutes Muss für alle Flugzeugfans.

Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona, USA. Foto: Arizona Office of Tourism
Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson. Foto: Arizona Office of Tourism

Stählerne Rümpfe so weit das Auge reicht

Das ausgedehnte Gelände wird heute von der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) betrieben und hat sich als wahrer Touristenmagnet etabliert. Dies ist kaum verwunderlich, denn an keinem anderen Ort können die Legenden der Luftfahrt in tausendfacher Ausführung bestaunt werden. Altehrwürdige B-52 Bomber, S-58 Helikopter oder die berühmten F-14 Tomcats aus dem Top Gun Film, die früher zusammengenommen einen Wert im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich hatten, setzen hier nun Staub an.

Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona, USA. Im Vordergrund sieht man Transportflugzeuge des Typs Lockheed C-130 Hercules, dahinter Lockheed P-3 Orion (Seeaufklärer) und Boeing KC-135 Stratotanker (Tankflugzeug). Foto: U.S. Air Force
Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona. Im Vordergrund sieht man Transportflugzeuge des Typs Lockheed C-130 Hercules, dahinter Lockheed P-3 Orion (Seeaufklärer) und Boeing KC-135 Stratotanker (Tankflugzeug). Foto: U.S. Air Force

Die Entstehung

Viele Besucher fragen sich natürlich, warum ausgerechnet Tucson, das sonst eher für seine meterlangen Kakteen bekannt ist, als letzte Ruhestätte ausgewählt wurde. Alles begann nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als 1946 in den USA plötzlich tausende Militärflugzeuge nicht mehr benötigt wurden. Ein perfekter Abstellplatz für die Veteranen aus Stahl fand sich schließlich in der Sonora-Wüste, deren klimatische und landschaftliche Beschaffenheit sich hervorragend für die Lagerung eignet.

F-16 Fighting Falcon Mehrzweckkampfflugzeuge auf dem Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona, USA. Foto: Arizona Office of Tourism
F-16 Fighting Falcon Mehrzweckkampfflugzeuge auf dem Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona. Foto: Arizona Office of Tourism

Ein Paradies für Luftfahrtnostalgiker

Das trockene, heiße Wetter mit geringer Luftfeuchtigkeit und konstanten Temperaturen verhindert, dass die Fluggeräte Rost ansetzten. Außerdem können die Flieger durch den von Natur aus harten, ebenen Boden leicht bewegt werden, ohne erst große Flächen künstlich befestigen zu müssen. Diese Voraussetzungen sind einzigartig in den ganzen USA.

Das Procedere mit den überflüssig gewordenen Luftfahrzeugen ist seit sieben Jahrzehnten gleich geblieben: Sie werden auseinandergenommen und die gewonnenen Ersatzteile für Maschinen verwendet, die sich noch im Dienst befinden. Der übrig gebliebenen Schrott geht an umliegende Händler. Andere Flugzeuge werden konserviert, um sie bei Bedarf wieder flugtauglich herzurichten.

Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson, Arizona, USA. Foto: Arizona Office of Tourism
Flugzeugfriedhof der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson. Foto: Arizona Office of Tourism

Tour durch das Gelände

Interessierte sollten sich die geführte „Boneyard/AMARG Tour“ des Pima Air & Space Museums nicht entgehen lassen. Führungen auf dem Militärgelände der Davis Monthan Air Force Base werden montags bis freitags durchgeführt. In offenen Bussen kommen die Besucher den schlafenden Giganten besonders nahe und erfahren Wissenswertes über deren bewegte Geschichte.

Tour-Reservierungen notwendig: Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen ist vorab eine Reservierung notwendig, die sich aber allemal lohnt. Auch ein Besuch des Museums ist empfehlenswert. Über 300 Veteranen der Lüfte sind hier ausgestellt.

Doch nicht nur Touristen kommen in Scharen, ebenso beliebt ist das weitläufige Gelände bei Regisseuren. So dienten die Gerippe bereits vielen Filmen, wie dem Blockbuster „Transformers – Die Rache“ oder der Actionkomödie „Harley Davidson & The Marlboro Man“ mit Mickey Rourke, als Kulisse.

Weitere Informationen und Tour-Reservierung

Größter Flugzeugfriedhof der Welt
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