Leuchttürme besteigen, wilde Pferde beobachten, Hang Gliding in den Dünen – die Möglichkeiten an North Carolinas Küste und auf den vorgelagerten Outer Banks sind grenzenlos.

Die felsige Küste North Carolinas und die „Outer Banks“, eine dem nördlichen Küstenabschnitt North Carolinas vorgelagerten Kette von Barriereinseln, bieten ihren Besuchern spannende Einblicke in die Geschichte der Seefahrer und Piraten, umfangreiche Wassersportmöglichkeiten, reizende Fischerdörfer, Dünen und Marschen sowie endlos lange Sandstrände, die zum Strandspaziergang und Muschelnsammeln einladen. Bei 300 Meilen Küste findet jeder seinen persönlichen Lieblingsstrand.

Stille Lagunen, wilde Brandung und atemberaubende Sonnenaufgänge ziehen sowohl Abenteurer als auch Erholungssuchende in ihren Bann. Hier findet man den höchsten Ziegelsteinleuchtturm Nordamerikas, die größte natürliche Sanddüne der Ostküste und den größten Schiffsfriedhof des Atlantiks mit mehr als 2000 gesunkenen Schiffen aus vergangenen Zeiten. Als Stärkung bieten sich die köstlichen Meeresfrüchte der Region an. Besonders sehenswert sind die Naturschutzgebiete auf Pea Island and Cedar Island, aber auch der 64 m hohe denkmalgeschützte Leuchtturm am Cape Hatteras und vier weitere Leuchttürme sowie acht historische Lebensrettungs- und Küstenwachtstationen.

Auf den “Outer Banks” wurde die erste englische Kolonie gegründet. Zwar scheiterte dieser Siedlungsversuch letztlich, und um das Verschwinden der Kolonisten ranken sich bis heute die verschiedensten Geschichten, die unter anderem jeden Sommer in der Freilichtaufführung The Lost Colony erzählt werden. Angeblich soll hier auch der Pirat Blackbeard sein Unwesen getrieben und riesige Schätze versteckt haben, die noch irgendwo vergraben sein sollen – gefunden hat sie bisher noch niemand.

Die Outer Banks haben aber auch als eine der gefährlichsten Küsten der Welt Berühmtheit erlangt. Mehr als 2.000 Schiffe sind schon vor der Inselkette auf Grund gelaufen. Wenn hier der warme Golfstrom auf den kalten Labradorstrom trifft, werden durch die aufgewühlte See riesige Unterwasserbänke geformt, die zahllosen Schiffen zum Verhängnis geworden sind. Diese weltweit wahrscheinlich größte Ansammlung von Schiffswracks, der sogenannte „Friedhof des Atlantiks“, gilt heute als eines der interessantesten Gebiete für Wracktaucher. Die Strände bieten optimalen Voraussetzungen für einen Badeurlaub.

Die beschauliche Inselgemeinden auf den Barriereinseln entwickelten sich so isoliert vom Festland, dass die sogenannten “High Tiders” in der als “Down East” bekannten Gegend noch ein Englisch sprechen, das dem der Kolonialzeit gleicht. Die Schiffsbauer in dieser Region bauen selbst ihre eigentümlichen Fischerboote noch nach jahrhundertealten Plänen.

Nördliche Outer Banks

  • Die Chancen, einen wunderschönen Sonnenaufgang im Currituck National Wildlife Refuge bei Corolla nicht alleine betrachten zu müssen sind groß, denn hier können Reisende noch freie Wildpferde in ihrer natürlichen Umgebung entdecken. Es wird erzählt, dass die Herden vor 400 Jahren mit den Spaniern in North Carolina ankamen und seitdem in freier Wildbahn leben. Also, Augen auf und Daumen drücken. Doch Vorsicht bitte: Besucher müssen einen Mindestabstand von mindestens 15 Metern zu den Tieren wahren, da diese Pferde unberechenbar sind. Die sogenannten Wild Horse Adventure Tours werden von einem Guide begleitet und führen in Allradfahrzeugen durch Dünen und Sand.
  • Geisterkrabben jagen: Wenn Badende abends die Strände von Corolla und Currituck auf den Outer Banks verlassen, bricht die Stunde der Geisterkrabben an. Vor Einbruch der Nacht kommen die scheuen Tiere aus ihren Verstecken, um zu fressen, zu jagen oder sich zu paaren. Das Aufspüren von Geisterkrabben ist ein Erlebnis für Groß und Klein, wenn sie mit einer Taschenlampe ausgestattet, versuchen so viele Krabben wie möglich am Strand zu erspähen.
  • Im Norden der Outer Banks befindet sich ein fast 50 Meter hoher Leuchtturm am Currituck Beach: Das Currituck Beach Lighthouse in Corolla. Der 1875 aus rotem Backstein erbaute Leuchtturm ist auch heute noch in Betrieb.
  • Im Currituck Heritage Park kann man den Whalehead Club besuchen und das renovierte Jagdhaus besichtigen, das 1920 von dem Industriellen Edward C. Knight im Jugendstil erbaut wurde.
Ein 18 Meter hoher Granitpfeiler markiert die Stelle, an der die Wrights den ersten mutigen Sprung wagten, Wright Brothers Monument, Wright Brothers National Memorial, Outer Banks, North Carolina, USA. NPS Photo

Wright Brothers National Memorial

Zwei tollkühne Männer in einer fliegenden Kiste
Abenteuerlich geht es in Kill Devil Hills weiter: das Wright Brothers National Memorial kennzeichnet jenen Ort, an dem die Gebrüder Wright vor gut einem Jahrhundert erstmals motorisiert in die Luft gingen. mehr +

Foto: NPS Photo

  • Acht Kilometer entfernt findet man die mit 40 Metern höchste natürliche Sanddüne der amerikanischen Ostküste, Jockey’s Ridge, von der man sich im Deltasegler hinab schweben lassen kann.
  • In der historischen Stätte Fort Raleigh auf Roanoke Island wird man ins 16. Jahrhundert zurückversetzt. Sir Walter Raleigh landete hier 1585 und gründete die erste englische Siedlung auf dem Gebiet der heutigen USA. Die angrenzenden Elizabethan Gardens sollen an die Leistungen der frühen europäischen Siedler erinnern und bieten zudem einen herrlichen Ort zum Entspannen.
  • Ebenfalls auf Roanoke Island befindet sich Manteo. Bei einer Besichtigung des Leuchtturms Roanoke Marshes erfährt man einiges über das Leben der Leuchtturmwärter, und der Roanoke Island Festival Park zeigt die Entwicklung der Outer Banks vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart auf. Hier ist auch ein Nachbau des Schiffs von Sir Walter Raleigh, der Elizabeth II, zu finden, mit dem er damals hier landete. Einen Besuch wert ist auch Christmas Shop in der Innenstadt von Manteo, der das ganze Jahr über kunterbunten und wunderbar kitschigen Weihnachtsschmuck feilbietet. Die Artenvielfalt in den Gewässern um die Outer Banks – mit Alligatoren, Haien, Fischottern und andere Meeresbewohnern – lernt man im North Carolina Aquarium kennen, ohne nass zu werden.
  • Am Flughafen von Dare County in Manteo würdigt das Dare County Regional Airport Museum einen großen Mann der Luftfahrtgeschichte: John David Driskill. Driskill brachte sich das Fliegen selbst bei und galt als einer der besten Testpiloten Amerikas.
  • Mit Rotwölfen heulen: Die Outer Banks sind der weltweit einzige Ort, an dem Rotwölfe in freier Wildbahn leben. Durch ein Zuchtprogramm konnten die Rotwölfe erfolgreich wieder in dieser Gegend angesiedelt und ausgewildert werden, sodass heute zirka 100 Vertreter dieser Art in North Carolina heimisch sind. Im 1.520 Quadratkilometer großen Alligator River National Wildlife Refuge in der Nähe von Manteo können Naturfreunde auf einer Red Wolf Howling Safari den Gesängen der seltenen Tiere lauschen. Die geführten Touren werden von Juni bis August jeden Mittwoch sowie an ausgewählten Abenden im Herbst, Winter und Frühjahr angeboten. Das Naturschutzgebiet ist eines der wenigen Gebiete an der Ostküste, in denen man noch Schwarzbären findet.
Cape Hatteras Lighthouse, Cape Hatteras National Seashore, Outer Banks, North Carolina, USA. Foto: VisitNC.com, Bill Russ

Cape Hatteras National Seashore

Traumhafte Sonnenaufgänge und unzählige Vogelarten
Der Küstenabschnitt des Cape Hatteras National Seashore erstreckt sich von Bodie Island bis nach Ocracoke Island und ist vor allem wegen dem berühmten Cape Hatteras Lighthouse bekannt. mehr +

Foto: VisitNC.com, Bill Russ

Südliche Outer Banks und Cape Lookout

  • Am südlichsten Punkt von Ocracoke Island kann man mit der kostenpflichtigen Fähre nach Cedar Island zur Crystal Coast übersetzen. Auf dem Festland angekommen, führt der Highway durch Salzsümpfe, ländliche Umgebung und malerische Fischerdörfer bis nach Beaufort in Carteret County. Während man nach Osten auf den weiten Atlantik hinausschaut, liegen westlich der Straße der Albemarle- oder der Pamlico-Sund.
  • Im North Carolina Maritime Museum in Beaufort kann man ein Modell der Queen Anne’s Revenge besichtigen, des Flaggschiffs des berühmt-berüchtigten Seeräubers Blackbeard, das erst 1996 wieder entdeckt wurde. Etwa zwei Drittel der Ausstellung sind Blackbeard gewidmet und es werden einzigartige Stücke aus der Zeit des Piraten gezeigt. Dem Museum gehört auch das Watercraft Center gegenüber an, wo Interessierte beim Bau verschiedener Schiffe zusehen können. Im historische Ortszentrum von Beaufort befinden sich geschichtsträchtige Gebäude wie das alte Gefängnis oder das Gerichtsgebäude aus dem Jahr 1796.
  • Wer einen Abend an der Küste verbringen möchte, sollte dem „Backstreet Pub“ in Beaufort einen Besuch abstatten. Die Strandbar heißt Vierbeiner herzlich willkommen und auch die Musik kommt natürlich nicht zu kurz. Ein perfekter Ort, um die Sonne zu genießen und den Sand unter den Füßen zu spüren.
  • In Morehead City, kann man (nach vorheriger Anmeldung) nach der Queen Anne’s Revenge tauchen. Nach diesem einmaligen Erlebnis gönnt man sich im Clawson’s 1905 Restaurant im Herzen Beauforts eine köstliche Fischcremesuppe, und der Abend lässt sich perfekt mit einem Ghost Walk („Geisterspaziergang“) durch die schaurig-schöne Vergangenheit des Ortes abrunden.

Cape Lookout National Seashore

Cape Lookout National Seashore ist nur per Boot zu erreichen und besonders für Wassersportler und Tierliebhaber zu empfehlen, denn neben Kajak fahren, fischen oder campen leben hier auch vier verschiedene Arten der Wasserschildkröte, 250 Vogelarten und eine beeindruckende Wildpferdherde. Hier kann man zwei unbewohnte Dörfer besichtigen, die unverändert erhalten wurden.

Auf Cape Lookout befindet sich auch der einzige Leuchtturm der Küste, der auch tagsüber betrieben wird. Das Cape Lookout Lighthouse bietet die Möglichkeit nach 207 Stufen einen tollen Blick auf die Natur zu erhaschen.

Cape Lookout Lighthouse - View from Top, Cape Lookout National Seashore, North Carolina, USA. Foto: VisitNC.com, Bill Russ
Ausblick vom Cape Lookout Lighthouse. Foto: VisitNC.com, Bill Russ

Ebenso sehenswert sind die Wildpferde von Shackleford Banks, die einzigen Bewohner an diesem unberührten Fleck. Die von spanischen Pferden abstammenden Tiere sind kleiner als die meisten Ponys und schon seit mehreren hundert Jahren in North Carolina heimisch. An diesem wunderschönen Ort der Ruhe kann man sich die Seeluft um die Nase wehen lassen und eine Nacht im Zelt in fast unberührten Dünen verbringen, denn „wildes“ Zelten ist hier – ausnahmsweise einmal – ohne Genehmigung möglich.

Fort Macon State Park

Eine Zeitreise ganz anderer Art verspricht ein Besuch des Fort Macon State Park auf der der Küste vorgelagerten Insel Bogue Banks mit der Rekonstruktion eines Forts aus Zeiten des amerikanischen Civil War. Im März und April 1862 wurde hier der Battle of Fort Macon ausgefochten.

Während die Region im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel mit zahlreichen Freizeitangeboten darstellt, steht das von drei Seiten mit Wasser umgebene Fort in der Winterzeit ganz im Zeichen der Geschichte.

26 Gewölbezimmer hinter Steinmauern von als einem Meter Durchmesser gibt es hier zu sehen. Das Pulvermagazin des Forts, der Graben und Kanonenrepliken zeichnen ein lebendiges Bild der damaligen Zeit. Komplettiert wird das Angebot von geführten Touren und regelmäßig statt findenden Nachstellungen historischer Geschehnisse und Schlachten. (ncparks.gov)

Für Familien bietet sich darüber hinaus ein Besuch des North Carolina Aquariums in Pine Knoll Shores an. (ncaquariums.com)

Outer Banks
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