Demokratie, Patriotismus und ein Stück amerikanische Geschichte festgehalten in Stein: Am Mount Rushmore National Memorial in der Nähe von Keystone in South Dakota sind die Gesichter von vier amerikanischen Präsidenten in Stein gemeißelt.

Bis heute bewundern jährlich bis zu drei Millionen Besucher die weltweit bekannten Präsidentengesichter, die im Oktober 1941 in den Black Hills fertiggestellt wurden. Jedes Porträt ist 60 Fuß (18,3 m) hoch.

Mount Rushmore National Memorial Sign, South Dakota, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Mount Rushmore National Memorial. Foto: usa-reisetraum.de

In einer Höhe von 152 Metern thronen die Porträtköpfe der vier amerikanischen Präsidenten, denen der verantwortliche Bildhauer Gutzon Borglum die größte historische Bedeutung für die Vereinigten Staaten zusprach: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln (von links nach rechts). Ihnen verdankt das Denkmal auch seinen Beinamen „Shrine of Democracy“ (Heiligenschrein der Demokratie).

Das gewaltige Kunstvorhaben setzte Gutzon Borglum von 1927 bis 1941 um. 14 Jahre lang sprengte, haute und meißelte er zusammen mit 400 Arbeitern an dem Granitfelsen, bis zu seinem Tod im März 1941.

Hintergründe und Entstehung

Um die Wirtschaft des Landes durch den Tourismus anzukurbeln wollte Doane Robinson von der South Dakota Historical Society in South Dakota ein Denkmal mit überlebensgroßen Portraits errichten. Jedoch mit den Köpfen von lokalen Westernhelden wie Buffalo Bill Cody. Im Jahr 1923 schlug er vor, dieses Denkmal in den Granitfelsen der Black Hills zu erbauen. Robinson bat den Architekten und Bildhauer Gutzon Borglum, dieses Denkmal zu formen und zu gestalten. Borglum beschloß, Mount Rushmore für die Skulptur zu verwenden, da dieser Berg am einfachsten zu bearbeiten schien.

Mount Rushmore National Memorial, South Dakota, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Mount Rushmore National Memorial. Foto: usa-reisetraum.de

Nachdem der Standort entschieden war, wurde beschlossen, dieses Denkmal vier Präsidenten der Vereinigten Staaten zu widmen. Borglum wählte die beiden berühmtesten Präsidenten in der Geschichte Amerikas, George Washington und Abraham Lincoln. Desweiteren entschied er sich für Thomas Jefferson, weil Jefferson die Größe der Vereinigten Staaten mit dem Kauf der ehemaligen Kolonie Louisiana nahezu verdoppelte (Louisiana Purchase im Jahr 1803). Als vierten Präsident wählte er Theodore Roosevelt, den Präsident Calvin Coolidge vorgeschlagen hatte.

Mount Rushmore National Memorial, South Dakota, USA. Foto: South Dakota Department of Tourism
Mount Rushmore National Memorial. Foto: South Dakota Department of Tourism

Etwa 400 Arbeiter, die in der Regel Bergleute, Bildhauer oder Kletterer waren, verwendet Dynamit, Hammer und Meißel, um das Modell aus dem Berg zu formen. Die Bauarbeiten begannen am 10. August 1927. Das Bildnis von George Washington wurde als erstes fertiggestellt. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise dauerte es sieben Jahre, bis es am Unabhängigkeitstag 1934 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Als nächstes war Thomas Jefferson an der Reihe, links von Washington. Bevor der Kopf fertig war, wurde das Porträt jedoch wegen der schlechten Qualität vom Fels gesprengt. Man begann nochmal, diesmal rechts von Washington und wurde im Jahre 1936 fertig. 1937 begann man mit dem Kopf Abraham Lincolns und ab 1939 nahm man das Bildnis Theodore Roosevelts in Angriff. Während der Bauarbeiten für Theodore Roosevelts Bildnis wurden auch Unterkünfte für Touristen und ein Besucherzentrum gebaut.

Mount Rushmore National Memorial, South Dakota, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Mount Rushmore National Memorial. Foto: usa-reisetraum.de

Borglum starb im März 1941 an einer Embolie. Sein Sohn Lincoln Borglum setzte das Projekt fort, bis es aus Geldmangel eingestellt wurde und am 31. Oktober 1941 für vollendet erklärt wurde. Ursprünglich war geplant, daß die Figuren von Kopf bis Taille in den Fels gehauen werden, doch die finanziellen Mittel ließen dies nicht zu.

Die ansässigen Lakota-Stämme missbilligten Mount Rushmore, da das Memorial ihre heiligen Berge entweiht – Korczak Ziolkowski, einer der Bildhauer am National Memorial, erhörte ihre Bitte um ein ähnliches Denkmal für die indianischen Helden und begann im Jahr 1948 mit der Arbeit am allein durch Spenden und private Mittel finanzierten Crazy Horse Memorial, unweit von Mount Rushmore.

Besucherpark

Jedes Jahr reisen bis zu drei Millionen Menschen nach South Dakota um das einzigartige Denkmal zu bestaunen. Nahe der Gedenkstätte liegt das Lincoln Borglum Visitor Center mit Museum.

Einer der besten Aussichtspunkte auf Mount Rushmore ist die Grandview Terrace über dem Museum. Von hier aus hat man den besten Blick auf das Kunstwerk und die abendliche Lichterzeremonie mit musikalischer Untermalung, welche von Mai bis Oktober täglich stattfindet. Ganzjährig erstrahlt Mount Rushmore nach Sonnenuntergang bis zur nächtlichen Schließung in stimmungsvoller Beleuchtung.

Auf dem Weg vom Eingang zur Grandview Terrace durchschreitet man die Avenue of Flags, in der 56 Fahnen der US-Staaten, Bezirke sowie der politisch angeschlossenen Außengebiete wehen.

Avenue of Flags, Mount Rushmore National Memorial, South Dakota, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Avenue of Flags, Mount Rushmore National Memorial. Foto: usa-reisetraum.de

Empfehlenswert ist eine Wanderung über den Presidential Trail, einen 800 Meter langen Wanderweg, der von der Grandview Terrace zum Sculptor’s Studio, dem Bildhauer-Atelier von Guton Borglum führt und auch aus ungewöhnlichen Winkeln Panorama-Ausblicke auf die Skulpturen bietet. Entlang des ersten Abschnitts des Trails werden im Lakota, Nakota, Dakota Heritage Village Informationen über Bräuche und Traditionen der lokalen Indianerstämme angeboten.

Während des Spaziergangs durch den Park kann man die Geschichte des Mount Rushmore durch Musik, Erzählungen, Interviews und historischen Aufnahmen auch anhören. Die Audio-Tour samt Begleitbroschüre mit wichtigen Hintergründen zum Memorial steht in den Sprachen Englisch, Spanisch, Deutsch und Lakota zur Verfügung (gegen Gebühr).

Ranger-Programme

In den Sommermonaten werden verschiedene Ranger-Programme angeboten. Beim Ranger Walk entlang des Presidential Trail erzählt ein Park-Ranger von der Natur- und Kulturgeschichte des Monuments. Beim Sculptor’s Studio Talk erfährt man mehr über Werkzeuge und Techniken, die zu Fertigstellung des Denkmals verwendet wurden.

Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, wird abends ein Programm mit Schwerpunkt auf Präsidenten, Patriotismus und Geschichte der Nation angeboten: Beginnend mit dem Ranger Talk geht es weiter mit dem Film „Freedom: America’s Lasting Legacy“. Zum Schluss wird die Nationalhymne gespielt und Mount Rushmore wird von Scheinwerfern angestrahlt.

Gebühren

Die Besichtigung des weitläufigen Areals und der Eintritt zum angeschlossenen Museum und dem Studio des Bildhauer Gutzon Borglum sind kostenfrei, es fällt jedoch eine Gebühr für den Parkplatz an. Der America The Beautiful Pass kann nicht für diese Parkgebühren verwendet werden.

Umgebung

Weitere beliebte Reiseziele in der Nähe des Mount Rushmore sind die Westernstadt Deadwood, der Custer State Park sowie der Wind Cave Nationalpark.

Mount Rushmore National Memorial wird vom National Park Service verwaltet, weiterführende Informationen unter www.nps.gov/moru (englisch).

Mount Rushmore National Memorial
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