Ein Stück Deutschland in Georgia: Das Städtchen Helen im Appalachengebirge ist durch und durch bayerisch, aber auf sehr amerikanische Art.

Helen im Norden Georgias war ursprünglich eine abgelegene Holzfällersiedlung. In den 1960er-Jahren aber ging dieses Geschäft zurück. Die Stadtväter begannen also nach einer neuen Lebensgrundlage für ihre Gemeinde zu suchen. Einen der Bürger hatte der Militärdienst nach Deutschland geführt, wo er das süße Leben eines Nachkriegs-GI führen durfte. Er kam dann auf die zündende Idee: Helen wird bayerisch!

Helen - Replikat einer bayrischen Alpenstadt, Georgia, USA. Foto: Dizzy Girl bei flickr, CC BY-NC-ND 2.0
Helen – Replikat einer bayerischen Alpenstadt in Georgia. Foto: Dizzy Girl bei flickr, CC BY-NC-ND 2.0

Flugs bauten die Helianes ihr alten Häuser um und neue dazu – mit Blumenkästen und Fensterläden ganz im Stil eines deutschen Alpendorfes. Die Straßen wurden umgetauft zu Blumen Weg, Tannen Weg, Waldheim Strasse, Alpenrosen Strasse oder Edelweiss Strasse und aus Südstaatenmädchen wurden „Frauleins“. Helen war einer der ersten Themenorte und setzte so Tourismus-Maßstäbe. Vorher konnte das nur Disney.

Besonders im Herbst geht es in Helen hoch her, denn dass in einer solchen Stadt die Tradition des Oktoberfestes geehrt wird, versteht sich von selbst. Im Festzelt spielen Bands mit Namen wie „Lorelei und Schatzi“ oder „Prost“, das Bier fließt in Strömen. Zu essen gibt es „Wurstels“, Schweinshaxe und, … na klar, Sauerkraut, das bekanntlich alle „Krauts“ mögen. All das dargereicht von Menschen in Lederhose und Dirndl.

Storefront, Helen, Georgia, USA. Foto: Wikimedia Commons, CC0
Andenkenläden in Helen, Georgia. Foto: Wikimedia Commons

Wer nach all der Feierei noch Energie hat, besucht kleine Andenkenläden und genießt die märchenhafte Szenerie der tiefgrünen Berge. Besonders gut geht das im Unicoi State Park, wo Rad- und Wanderwege zu den schönsten Stellen führen. Helen bietet zudem auch Golf, Reiten und Kanufahren. Wer gerne angelt, findet die besten Stellen am Flussufer des Chattahoochee River.

Die umliegenden Appalachen bieten Gelegenheit für eine ausgedehnte Fahrradtour oder einen Besuch des Alpine Antique Auto & Buggy Museums. Und die Weinkellereien in und um Helen sind, auch für Freunde des Gerstensaftes, allemal einen Besuch wert. Die Mischung aus Feierlaune und Naturverbundenheit hat dafür gesorgt, dass sich das Oktoberfest in Helen zu einem Publikumsmagneten im Süden der USA entwickelt hat.

Ganz in der Nähe liegt übrigens Dahlonega, der Ort des ersten Goldrausches der USA, wo man selbst Gold waschen kann. Aber des is oa and’re G’schicht …

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