Nirgendwo sonst in den USA hat sich auf kleinster Fläche eine so große Küchenvielfalt entwickelt wie in New Orleans. Besucher sollten in einem der preisgekrönten Restaurants wie Antoine’s, Arnaud’s, Brennan’s oder Commander’s Palace die weltberühmte Küche probieren.

Austern oder ein Muffuletta-Sandwich, Cajun-Gerichte wie Crawfish Etouffée, Jambalaya, Gumbo oder ein Eintopf mit red beans and rice verwöhnen den Gaumen eines jeden Feinschmeckers. Und wenn diese Restaurants mal wieder ausgebucht sind, braucht man bloß seiner Nase folgen und wird überall im French Quarter kleine Restaurants mit guter Küche finden.

Unbedingt einen Besuch wert sind diese Restaurants:

  • Direkt im Herzen des French Quarter, im Royal Sonesta Hotel, interpretiert das Restaurant R‘evolution schmackhafte Cajun-Gerichte wie Po-boys, Gulf Shrimp und Gumbo völlig neu: eine „New Orleans Experience“ der besonderen Art.
     
  • Austern sind eine hiesige Spezialität. In der Desire Oyster Bar, die sich ebenfalls im Royal Sonesta Hotel befindet, kann man die leckeren Muscheln in den unterschiedlichsten Varianten genießen.
Austern in der  Desire Oyster Bar im Royal Sonesta Hotel in New Orleans, Louisiana, USA. Foto: Werner Krug
Austern in der Desire Oyster Bar im Royal Sonesta Hotel in New Orleans. Foto: Werner Krug
  • Im Hotel Monteleone befindet sich das kreolische Restaurant Criollo, in dem ausschließlich regionale, biologisch angebaute Produkte verarbeitet werden. Französische, spanische, italienische und afrikanische Einflüsse lassen die Südstaatenküche auf genussvolle Weise verschmelzen.
     
  • Seafood und klassische kreolische Küche kann man im Bourbon House in der Bourbon Street probieren. Redfish on the Half Shell (Rotbarsch auf der Haut gebraten und mit Krebsfleischsauce überzogen), Oysters Rockefeller, die Meeresfrüchteplatte mit Golf-Spezialitäten und der Crawfish-Burger sind die Top-Empfehlungen.
Redfish on the Half Shell im Bourbon House in New Orleans, Louisiana, USA. Foto: Bourbon House / Sara Essex Bradley
Redfish on the Half Shell im Bourbon House in New Orleans. Foto: Bourbon House / Sara Essex Bradley
  • Im Restaurant SoBou im French Quarter wird Besuchern eine unkonventionelle, von Imbissküche inspirierte Kost dargeboten, die sich stark an der lokalen Cuisine orientiert. Einfallsreiche, liebevoll zubereitete Cocktails runden das Geschmackserlebnis ab.

Arnaud’s

Das hochklassige Restaurant Arnaud’s in der Bienville Street bietet in nostalgischem Wohnzimmer-Ambiente z.B. Bourbon Shrimps mit einer cremigen Whiskeysauce, Jambalaya (ähnlich einer Paella) und Crawfish Ètouffée (Flusskrebse in sämiger Sauce) an.

Man erzählt hier auch von unheimlichen Aktivitäten: Stilgerecht in einen Smoking gekleidet, ist Count Arnaud selbst häufig im Hauptspeisesaal zu Gast und erfreut sich an den Gästen und der Atmosphäre im Restaurant.

Andere Besucher erzählen von einer Frau mit Hut, die durch den Saal spaziert und dann durch eine Wand verschwindet, wohl um eine Treppe nach oben zu steigen, die dort einst zu sehen war. Auch über eine Gruppe gut gekleideter Gentlemen, die sich nach Geschäftsschluss an der Bar aufhalten, wird häufiger berichtet.

Aber abgesehen von kleineren Schrecken, die die geisterhaften Erscheinungen immer mal wieder unter der Belegschaft verursachen – was häufig im Sturz eines Tabletts resultiert – sind die Gespenster im Arnaud’s freundlich und komplettieren den Charme dieses historischen Betriebes.

Brennan’s

Im Brennan’s in der Royal Street kann man u.a. Spezialitäten wie Shrimp Creole oder Oyster Soup (Austernsuppe) genießen.

Eine Institution ist das Brennan’s Restaurant schon seit der Eröffnung im Jahr 1946. Ein kometenhafter Aufstieg, ein tragischer Todesfall, Glanz, Glamour und Hollywoodstars, familiäre Differenzen – die Geschichte des Restaurants liest sich beinahe wie der Handlungsstrang einer „Seifenoper“. Grund genug, einen Blick auf die faszinierende Geschichte zu werfen:

Owen Brennan, Sohn irischer Einwanderer eröffnete sein „Owen Brennan’s French & Creole Restaurant“ im Juli 1946 direkt gegenüber seiner bereits sehr erfolgreichen Bar „Old Absinthe House“ auf der Bourbon Street. Er nahm damit die Herausforderung seines Freundes und Restaurantbesitzers Count Arnaud an, der behauptete, das einzige, was Iren könnten, sei Hamburger verkaufen. Brennan setzte es sich zum Ziel, ein französisches Gourmetrestaurant zum Erfolg zu führen, ohne selbst Franzose zu sein.

Brennan, der sich schon mit dem „Old Absinthe House“ als erfolgreicher Gastronom und vor allen Dingen Gastgeber erwiesen hatte, arbeitete hart, um das Brennan’s auf der „kulinarischen Landkarte“ zu etablieren und dem „Brennan’s“ einen Namen zu machen, national und international – mit Erfolg. Hollywoodstars und Berühmtheiten wie Vivian Leigh, John Wayne, Gary Cooper, Robert Mitchum oder Schriftsteller Tennessee Williams waren zu Gast in seinem French Quarter Restaurant.

Nach Unstimmigkeiten mit dem Vermieter entschied sich Brennan, eine neue Lokalität zu suchen und fand sie in der Royal Street – auch heute noch Heimat des Brennan’s. Im Frühjahr 1956 sollte das neue Restaurant eröffnet werden. Owen Brennan selbst erlebte leider die Eröffnung seines neuen Brennan’s nicht mehr – er verstarb im November 1955 im Alter von nur 45 Jahren an einem Herzinfarkt. Trotz des enormen Schocks war die Familie in der Lage, das Restaurant wie geplant zu eröffnen – in Gedenken an Owen.

Seine Schwester Ella übernahm die Leitung des Restaurants mit Hilfe von Owens ältestem Sohn Owen Jr. („Pip“). Es folgten rasche Expansionen an anderen Orten im Land, wie beispielweise Houston und Dallas. Des Weiteren übernahm die Familie im Jahr 1969 das renommierte Restaurant „Commander’s Palace“ im Garden District in New Orleans, wo schon namhafte Köche wie Emeril Lagasse oder Paul Prudhomme am Herd gestanden haben. Diese rasche Expansion hatte zur Folge, dass die Qualität im Original Brennan’s in New Orleans darunter litt.

Nach langwierigen Gesprächen und Vermittlungsversuchen kam es im Jahr 1973 schließlich zum Bruch zwischen Owen Brennans Hinterbliebenen und seiner Schwester Ella, der darin gipfelte, dass Brennans Familie das „Ur“ Restaurant übernahmen – mit dem Ziel, es wieder zu ursprünglicher Qualität zurück zu führen. Das Restaurant blieb im Besitz der Söhne Pip, Ted und James („Jimmy“), die das Restaurant im Namen und im Sinne ihres Vaters weiterführten – vorerst…

Im Laufe der Jahre kam es jedoch auch zwischen dem Rest der Familie zu Unstimmigkeiten bezüglich der Führung des Unternehmens, speziell zwischen den noch lebenden Brüdern Pip und Ted. Diese gingen sogar so weit, dass es Anfang Mai 2013 zu einem Polizeiansatz im French Quarter kam, um Meinungsverschiedenheiten zu schlichten.

Aufgrund diverser finanzieller Probleme und Differenzen innerhalb der Familie und den Besitzern, bei denen keine Einigung erzielt werden konnte, kam das Brennan’s Ende Mai 2013 endgültig unter den Hammer. Ersteigert wurde das Restaurant von einem geheimen Bieter, hinter dem sich unter anderem ein weiterer Brennan verbirgt: Ralph, ein Neffe Owen Brennans.

Ralph Brennan (gemeinsam mit seinem Partner Terry White) ersteigerte zwar das Restaurantgebäude in der Royal Street, nicht jedoch die Rechte am Namen, die weiterhin bei Ted Brennan und seiner Tochter liegen. Die Streitigkeiten führten schließlich dazu, dass das ikonische „Brennan’s“ Logo – das Wahrzeichen des Restaurants – im September 2013 von dem bekannten pinken Gebäude abmontiert wurde.

Ralph Brennan und Terry White haben den bekannten Chefkoch Slade Rushing für das neue Restaurant verpflichtet – ganz gleich also, wie das Restaurant heisst – für exklusive Küche ist gesorgt!

Brennan's Restaurant in New Orleans, Louisiana, USA. Foto: Brennan's
Brennan’s Restaurant in New Orleans. Foto: Brennan’s

Crescent City Farmers Market

Übrigens: Nicht nur die Restaurants winken mit tollen Angeboten. Gourmets sollten sich den Crescent City Farmers Market keinesfalls entgehen lassen, denn hier warten jede Menge Leckerbissen. Der Trend zu biologisch angebauten Produkten aus der Region wird besonders hier zelebriert, wo etliche Tomatensorten, fangfrischer Fisch und Schalentiere, Pilze und Kräuter in reichhaltiger Vielfalt angeboten werden.

Der Farmers Market bietet Genussliebhabern außerdem eine breite Palette an frischem Obst und Gemüse, Käse, Wein, Pralinen und vielem mehr.

Der Farmers Market wird an vier Tagen in der Woche angeboten: Dienstags in Uptown (200 Broadway Street at the River), mittwochs im French Quarter (1235 N. Peters Street), donnerstags in Mid-City (3700 Orleans Avenue at the Bayou) und samstags in Downtown New Orleans (750 Carondelet Street at Julia Street).

In New Orleans wird viel und gut gegessen. Anlässe finden sich immer. Und wenn nicht, isst man einfach zwischendurch etwas… Wir wünschen guten Appetit und viel Spaß beim Probieren!

Restaurants in New Orleans
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