Großeltern, Onkel und Tante, Cousin und Cousine – alle kommen sie an Thanksgiving in geselliger Runde zusammen. Auch heute noch ist Thanksgiving eine der wichtigsten Gelegenheiten, um Urlaub zu machen, die Familie zu besuchen, Dankbarkeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu zeigen und um der Geschichte und des kulturellen Erbes des Landes würdevoll zu gedenken.

Thanksgiving Decoration. Foto: Pixabay #518478, Public Domain
Dekoration an Thanksgiving. Foto: Pixabay, CC0

Der staatliche amerikanische Feiertag, der dem europäischen Erntedankfest ähnelt, fällt traditionell auf den vierten Donnerstag im November und ist das wichtigste Familienfest in den USA. Im Mittelpunkt steht das große Thanksgiving-Essen: Zum Truthahnbraten, der allein schon ein Dutzend Personen satt macht, werden Süßkartoffeln, Maisbrot, Kürbiskuchen und andere Leckereien gereicht – ein Brauch mit fast 400-jähriger Tradition.

Turkey Truthahn Thanksgiving Christmas Buffet. Foto: Pixabay #852044, Public Domain
Truthahnbraten – Das typische Essen an Thanksgiving. Foto: Pixabay, CC0

Ursprünge liegen in Virginia und Neuengland

Der Feiertag Thanksgiving geht auf das frühe 17. Jahrhundert zurück.

Thanksgiving in Plymouth, Massachusetts

Im Jahr 1620 gingen die Pilgerväter am Plymouth Rock im US-Bundesstaat Massachusetts, an der amerikanischen Ostküste in Neuengland, nach einer 66 Tage dauernden Atlantiküberfahrt auf der Mayflower an Land.

Bei ihrer Ankunft in Plymouth sahen sich die Siedler immer noch mit großen Herausforderungen konfrontiert. Ein Stamm der amerikanischen Ureinwohner, die Wampanoag, half ihnen bei der Anpassung an ihre neue Umgebung und brachte ihnen wichtige Überlebenstechniken und Anbaumethoden bei.

Wampanoag-Indianerin in der Wampanoag Homesite auf der Plimoth Plantation in Plymouth, Massachusetts, USA. Foto: Massachusetts Office of Travel and Tourism
Wampanoag-Indianerin in der Wampanoag Homesite auf der Plimoth Plantation. Foto: Massachusetts Office of Travel and Tourism

Nach einer reichen Ernte kamen Siedler und Wampanoag zu einem Abendessen zusammen und feierten mit Truthahn, Preiselbeersauce und Kürbiskuchen, um gemeinsam ehrwürdige Traditionen zu feiern: sich gegenseitig aufzumuntern, die Zeit mit den Menschen um sich herum zu genießen und dankbar zu sein für all das, was wir haben.

Auch heute noch kommen jedes Jahr am Wochenende vor Thanksgiving viele Besucher in den wunderschönen Hafen von Plymouth in Massachusetts, um „America’s Hometown Thanksgiving“ zu feiern.

Wer die Geschichte von Thanksgiving ausführlich kennen lernen möchte, kann sich in Plymouth auf der Plimoth Plantation bei einem traditionellen Thanksgiving-Essen von Pilger-Darstellern erklären lassen, wie sich das heutige Fest vom Original unterscheidet.

Food Thanksgiving Decoration Potatoes. Foto: Pixabay #696164, CC0
Dekoration an Thanksgiving. Foto: Pixabay, CC0

Thanksgiving auf der Berkeley Plantage in Virginia

Am 4. Dezember 1619 feierten 38 Siedler auf dem Gelände der späteren Berkeley Plantation in Virginia ein Thanksgiving-Fest, also etwa ein Jahr vor der Ankunft der Pilgerväter in der neuen Welt. Die Berkeley Plantage veranstaltet heute noch jedes Jahr ein Thanksgiving-Essen, um an das historische Fest in Virginia zu erinnern.

Das im Georgianischen Stil gehaltene Anwesen der historischen Berkeley Plantage, die sich in Charles City zwischen Richmond und Williamsburg befindet, wurde 1726 von Benjamin Harrison IV. errichtet. Das Haus ist Geburtsort von Benjamin Harrison V., Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, sowie des neunten US-Präsidenten William Henry Harrison und dessen Enkel Benjamin Harrison, 23. Präsident der Vereinigten Staaten. Das Anwesen kann besichtigt werden, die Inneneinrichtung aus dem 18. Jahrhundert gibt einen authentischen Einblick in den Lebensstil der damaligen englischen Siedler.

Berkeley Plantation, Charles City, Virginia, USA. Foto: Virginia Tourism Corporation
Die Berkeley Plantation am James River ist der Geburtsort des 9. Präsidenten der USA, William Henry Harrison. Foto: Virginia Tourism Corporation

Jeden ersten Sonntag im November lädt die Plantage zu einem ganz besonderen Event, bei dem das erste offizielle amerikanische Thanksgiving von 1619 nachgespielt wird. Das jährliche Virginia Thanksgiving Festival bietet darüber hinaus eine Führung durch das Anwesen, kulinarische Spezialitäten wie Truthahn mit Cranberry-Soße und Mashed Potates sowie zahlreiche Aktivitäten für die ganze Familie.

Offizielle „Truthahnbegnadigung“ durch den US-Präsidenten vor dem Weißen Haus

Truthahn. Foto: Pixabay #49674, Public Domain
Ein Truthahn wird vom amtierenden US-Präsidenten begnadigt (Symbolbild). Foto: Pixabay, CC0
Wenn sich die amerikanischen Familien zum Thanksgiving-Essen zusammenfinden, danken sie Gott für alles Gute, was ihnen im Jahr widerfahren ist.

Ein Brauch beim Verspeisen des Truthahns ist es, dass zwei Familienmitglieder den „Wishbone“ (Gabelbein) auseinanderziehen. Wer das größere Stück erhält, hat einen Wunsch frei.

Doch nicht überall kommt der vier bis zehn Kilogramm schwere Vogel auf den Teller: Denn einen Truthahn, der seit der Amtszeit von Harry S. Truman jedes Jahr zu Thanksgiving in einer Zeremonie vor dem Weißen Haus („Turkey Pardon“) in der US-Hauptstadt Washington DC entgegen genommen wird, begnadigt der amtierende US-Präsident seit 1989 offiziell und löst damit stets ein Medienspektakel aus.

Start der Weihnachtseinkäufe am „Black Friday“

Thanksgiving läutet gleichzeitig die „Holiday Season“ (Weihnachtszeit) in den USA ein. Danach beginnt in den USA auch ganz offiziell der weihnachtliche Shoppingrausch. Der „Black Friday“, der Freitag nach Thanksgiving, wird von Einheimischen wie Touristen gern für die ersten Weihnachtseinkäufe genutzt, denn an diesem Tag und dem darauf folgenden Wochenende gewähren viele Shops und Malls hohe Rabatte. Im ganzen Land können Besucher in dieser Zeit bei einer Shopping-Tour tolle Schnäppchen machen.

Thanksgiving
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