Als amerikanisches Reiseziel fällt Mississippi nur Wenigen ein. Dabei hat der Staat im tiefsten Süden am gleichnamigen Strom eine ganze Menge Einzigartiges zu bieten: an Musik, Geschichte und ganz bestimmt auch Sonderbarem.

Mississippi State Sign, USA. Foto: usa-reisetraum.de
Mississippi Welcomes You. Foto: usa-reisetraum.de
Mississippi vereinigt alle Aspekte in sich, die Amerikas tiefem Süden seine magische Anziehungskraft verleihen: Bluesmusik, Schaufelraddampfer, Baumwollplantagen, prächtige Landhausvillen mit weißen Säulenportiken, Bürgerkriegsgedenkstätten, indianische Kultstätten und Magnolienbäume.

In Mississippi findet man die Lebensart des „Deep South“ so stark und ursprünglich wie nirgendwo sonst. Der Akzent ist besonders „southern“, die Küche sowieso: Man isst Barbecue oder Catfish und trinkt Eistee dazu. Der Staat, der den Mississippi River zu seiner Westgrenze hat und mit den Stränden am Golf von Mexiko im Süden endet, mag der wirtschaftlich ärmste der USA sein. Kulturell und geschichtlich aber sucht er seinesgleichen: Hier entstand und lebt bis heute der Blues, tobten im Bürgerkrieg große Schlachten. Man ist stolz darauf, die Dinge viel gemütlicher als im Norden anzugehen. In Sachen „Southern hospitality“ – der legendären Gastfreundschaft der Südstaaten – lässt man sich in Mississippi ganz bestimmt nicht lumpen. Diese Mentalität bringt mancherlei Einzigartiges hervor.

Wunderschöne Villen aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg vor 150 Jahren sieht man in Natchez. Der Vicksburg National Military Park erinnert an eine der größten Schlachten des Krieges. Und der Mississippi Freedom Trail führt zu den mutigen Vorkämpfern für die Rechte der Afroamerikaner.

Nur in Mississippi

Stanton Hall in Natchez, Mississippi, USA. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Natchez

Die älteste europäische Siedlung am Mississippi
Natchez liegt etwa drei Autostunden flussaufwärts von New Orleans am Mississippi. Gegründet wurde Natchez 1716 von französischen Truppen als Fort Rosalie; den Ausschlag gab die ... mehr +

Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Die 1863 vor Vicksburg versenkte USS Cairo im Vicksburg National Military Park, Mississippi, USA. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Vicksburg

Geschichte und Gegenwart des Lebens am Mississippi
Vicksburg im US-Bundesstaat Mississippi ist berühmt für den National Military Park. Der Nationalpark auf einem ehemaligen Belagerungsring gibt tiefe Einblicke in die Schlacht von 1863, ... mehr +

Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Das Delta Blues Museum in Clarksdale, Mississippi, USA. Foto: Visit Mississippi

Clarksdale

Blues und Baumwolle
Die Kleinstadt Clarksdale im „Mississippi Delta“ – dieses Delta liegt mehr als vier Autostunden vom Meer entfernt - ist bekannt durch ihre Blueskneipen. Die urigen Blueskneipen ... mehr +

Foto: Visit Mississippi

Das GRAMMY Museum Mississippi in Cleveland zu seiner Eröffnung am 5. März 2016. Foto: Dan Turner

Cleveland

Kleinstadt im Mississippi Delta
GRAMMY Museum Mississippi Das erste und einzige GRAMMY-Museum außerhalb von Los Angeles hat am 5. März 2016 in Cleveland im Bundesstaat Mississippi eröffnet. Ausschlaggebend für den ... mehr +

Foto: Dan Turner

B.B. King bei der Eröffnung des B.B. King Museum and Delta Interpretive Center in Indianola, Mississippi, USA. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Indianola

Blues, Delta, B.B. King
Im B.B. King Museum and Delta Interpretive Center geht es um B.B. King und um das Mississippi Delta, das vom nächsten Meer, dem Golf von Mexiko mit seinen Badestränden an der Mississippi Gulf Coast, vier Autostunden entfernt liegt. mehr +

Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

100 Jahre ohne Nationalfeiertag: Ziemlich genau 150 Jahre ist es her, dass der Mississippi-Hafen Vicksburg fiel. Die Nordstaatler zwangen die Konföderierten, ausgerechnet am 4. Juli zu kapitulieren. Zusammen mit der Niederlage von Gettysburg am Vortag leitete diese Demütigung des Jahres 1863 die Wende des Kriegsglücks ein. Der Süden konnte sich davon nie mehr erholen. Für die Bürger von Vicksburg Grund genug, den amerikanischen Nationalfeiertag 100 Jahre lang nicht zu feiern.

Finger Gottes: Auf dem Turm der um 1860 gebauten First Presbyterian Church in Port Gibson sucht man vergebens nach dem Wetterhahn. Hier zeigt Gottes Zeigefinger vergoldet zum Himmel.

Geburtshaus von Elvis Presley im Elvis Presley Birthplace Museum in Tupelo, Mississippi, USA. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Geburtshaus von Elvis Presley im Elvis Presley Birthplace Museum in Tupelo, Mississippi. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Statue des jungen Elvis Presley im Elvis Presley Birthplace Museum in Tupelo, Mississippi, USA. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Statue des jungen Elvis Presley im Elvis Presley Birthplace Museum in Tupelo, Mississippi. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Die Kleinstadt Tupelo im Nordosten des Südstaats Mississippi zieht die Elvis-Fans an. Das winzige Holzhaus, in dem Elvis Aaron Presley am 8. Januar 1935 zur Welt kam, bildet heute den Mittelpunkt des Elvis Presley Birthplace Museum in Tupelo. Die erste Gitarre bekam „The King of Rock ‘n‘ Roll“ noch in seiner Heimatstadt – eigentlich wollte er ein Gewehr, aber Mutter Gladys überredete ihn zur musikalischen Alternative. Er soll dann „That‘s All Right“ gerufen haben, aber das ist eine Lüge. Wahr ist: Elvis Presleys winziges Geburtshaus kann man besichtigen. Neben dem Museum gibt es den Eisenwarenladen Tupelo Hardware Store zu sehen, wo Elvis‘ Mama dem Jungen seine erste Gitarre kaufte, obwohl er sich doch ein Gewehr wünschte. Und auch Johnnie’s Drive-In ist ein Muss. Das Hamburger-Restaurant sieht noch genau so aus wie in den 1950ern und mit etwas Glück ist die Lieblingsecke des jungen Elvis frei. Spätestens seit Elvis‘ viel zu frühem Tod am 16. August 1977 pilgern die Fans jährlich an seinem Geburtstag nach Tupelo.

Eines von über 160 Schildern des Mississippi Blues Trail. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Eines von über 160 Schildern des Mississippi Blues Trail. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Mississippi Blues Trail:

Der Mississippi Blues Trail führt zu kleinen und großen Orten der Bluesgeschichte. Informationstafeln stehen an den Spuren des Blues.

Die blauen „Marker“ finden sich an legendären Clubs, Geburtsorten von Musikern, Plattenstudios und Museen. Zum Beispiel nach Clarksdale, wo das Delta Blues Museum die Musik des Deltas beleuchtet. In den urigen Bluesclubs der Kleinstadt spielt sie bis heute. Einer dieser „Juke Joints“, der Ground Zero Blues Club, gehört dem Schauspieler und Oscar-Preisträger Morgan Freeman.

Schon mehr als 160 Schilder sind aufgestellt und unter www.msbluestrail.org verzeichnet. Auf dieser Website hört man auch gleich die Musik dazu. Kein anderer Staat in den USA zählt noch mehr Wallfahrtsstätten des Blues. Und nirgendwo sonst gibt es von Frühling bis Herbst so viele Blues-Festivals.

Die Geschichte der Musik entlang des “Blues Trail“ erzählt in Leland ganzjährig das Highway 61 Blues Museum.

Drei Gräber für den Teufelsgitarristen: Für den Blues soll der 1911 in Hazlehurst geborene Robert Johnson seine Seele dem Teufel verkauft haben. In Clarksdale erinnern zwei gekreuzte Gitarren an den Deal. Johnson nahm Ur-Songs des Blues auf, die Eric Clapton, Bob Dylan und die Rolling Stones nachgesungen haben. Das Gift eines eifersüchtigen Ehemanns brachte 1938 des Teufels Gitarristen zu Boden. An gleich drei Orten rund um Greenwood findet man seine letzte Ruhestätte.

Robert Johnsons Grab in Greenwood, Mississippi - eines von dreien, in denen man ihn vermutet. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi
Robert Johnsons Grab in Greenwood, Mississippi – eines von dreien, in denen man ihn vermutet. Foto: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

Pfad der Freiheit: Am Freedom Trail erklären Infotafeln wichtige Schauplätze der Bürgerrechtsbewegung. Der Kampf afroamerikanischer Bürger um ihre Rechte in den 1960er-Jahren war in Mississippi besonders hart. Ein Denkmal vor der University of Mississippi in Oxford erinnert daran, wie sich James Meredith 1962 als erster Student dunkler Hautfarbe in die Traditionsuniversität mit dem Kosenamen Ole Miss einschrieb: unter Militärschutz. Die Rassentrennung gibt es in den USA längst nicht mehr. Mississippi versteckt seine schwierige Geschichte nicht, sondern beleuchtet sie – eben auch mit dem Freedom Trail.

Tanzende Eichen: In einem Staat voller Musik tanzt sogar die Begrünung. Im Jahr 2010 vollendete der kalifornische Stararchitekt Frank Gehry das Ohr-O’Keefe Museum of Art für den „verrückten Töpfer von Biloxi“. George Ohr zählte zu den Begründern moderner amerikanischer Kunst. Andy Warhol sammelte seine Keramiken. Gehry stellte die fünf Bauten in einen Eichenhain am Strand der Golfküste. Die Bäume „tanzen“ mit den Museumsbauten.

Mississippi ist aus Europa mit einmaligem Umsteigen gut erreichbar: über die Flughäfen der Hauptstadt Jackson und der Küste in Gulfport sowie über den Memphis International Airport im Nachbarstaat Tennessee gleich hinter der Nordgrenze.

Quelle: Verkehrsbüro Memphis & Mississippi

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