Iditarod Hundeschlittenrennen – Hunde und Menschen am Limit

Neun Tage durch die eisige Tundra beim „The Last Great Race on Earth®“

In Alaskas Metropole Anchorage liebt man Events in der freien Natur – besonders in der kalten Jahreszeit. Dann jagt eine Veranstaltung die nächste. Bereits zum 46. Mal lockt das berühmteste und härteste Hundesschlittenrennen zahlreiche Besucher aus dem eigenen Land und aus aller Welt. Das Rennen startet in Anchorage am Samstag, 3. März 2018, nach über neun Tagen kommen die Musher in Nome an der Beringsee an.

Iditarod – die Fahrt durchs Eis

Eines der härtesten Hundeschlittenrennen der Welt startet jedes Jahr vom Stadtzentrum in Anchorage Anfang März. Es ist in der Tat eine der größten Herausforderungen für Tier und Mensch an Kondition und Durchhaltevermögen.

The Last Great Race on Earth®” führt die Hundeschlitten-Gespanne mit je zwölf bis 16 Hunden über eine Strecke von über 1800 Kilometern vom Start im südlich gelegenen Anchorage durch die unberührte, in Eis erstarrte Wildnis Alaskas bis nach Nome an der Beringsee und ist ein besonderes Spektakel sowohl für Einheimische als auch für Besucher.

Iditarod Ceremonial Start, Anchorage, Alaska, USA. Foto: Cathryn Posey, Visit Anchorage
Iditarod Start. Foto: Cathryn Posey, Visit Anchorage

Jedes Jahr werden die Hunde und ihre Schlittenführer aufgeregt erwartet, schließlich treten sie in einem der herausforderndsten Rennen in der Geschichte Alaskas gegeneinander an.

Mit derzeit 75 Teams kann bei der 46. Ausgabe des Iditarod gerechnet werden, 20 Prozent der Musher sind Frauen. Außer den zahlreichen Hundeschlittenführern aus den USA, werden auch Musher aus Schweden, Norwegen, Frankreich, Ungarn, England und Kanada antreten.

Spannend ist für Besucher und Zuschauer der Ceremonial Start: Auf der mit Schnee präparierten 4th Avenue im Stadtzentrum starten die Musher und ihre Hunde am 3. März 2018 in Richtung Eagle River. Die Hundeteams werden anschließend nach Wasilla gebracht, wo tags darauf das eigentliche Rennen gestartet wird. Ganztägig wird an diesem Samstag in der alaskanischen Metropole gefeiert. Im Start- und Zielbereich gibt es am meisten zu sehen.

Zum 35. Mal dabei ist der Schweizer Martin Buser, der mit 21 Jahren nach Alaska auswanderte und das Rennen bereits viermal gewonnen hat. „Die härteste Phase beginnt nach fünf Tagen“, sagt Martin Buser. „Dann machen sich Kälte und Schlafmangel schmerzlich bemerkbar. Es gibt eigentlich keine echte Pause. Bei den Stopps hat man alle Hände voll zu tun mit der Zubereitung des Futters, mit dem Versorgen und Massieren der Hunde. Man beginnt zu halluzinieren. Das Rennen ist eine Grenzerfahrung. Umso größer die Euphorie, wenn das Ende naht.“

Als Favorit wird zum wiederholten Mal Mitch Seavey gehandelt, der das Rennen bereits dreimal gewinnen konnte (2004, 2013 und 2017). Bei seinem Sieg im letzten Jahr bewältigte er die 1049 Meilen in acht Tagen, 3 Stunden und 40 Minuten.

Die besten Teams kommen nach acht bis neun Tagen ins Ziel. Manche benötigen bis zu vierzehn Tage. Unterwegs müssen sie sich immer wieder an den Kontrollpunkten melden. Zum Schlafen kommen die Hundeschlittenführer nur selten. Sie kämpfen auf ihrem langen Weg durch die eisige Wildnis Alaskas gegen Kälte, Stürme, Müdigkeit und Halluzinationen. Nach der Fahrt durch gebirgiges Gelände, zugefrorene Flüsse, dichte Wälder, unermesslich weite Tundra und vereiste Küstengebiete erreichen sie das Ziel in Nome.

Iditarod Race Start, Anchorage, Alaska, USA. Foto: Rebecca Coolidge, Visit Anchorage
Iditarod Start. Foto: Rebecca Coolidge, Visit Anchorage

Geschichte des „Iditarod“

Das Iditarod-Rennen geht auf ein tragisches Ereignis im Jahr 1925 zurück. Damals war unter den Einwohnern in Nome – vorwiegend Goldsucher – Diphterie ausgebrochen. Die einzige Möglichkeit, Medikamente in die eingeschneite Stadt zu bringen, war der Transport im Hundeschlitten. Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit, um die benötigte Medizin von Anchorage in den Norden zu schaffen. In einem Staffellauf transportierten insgesamt 20 Musher mit über 100 Hunden das Serum ans Beringmeer. Der Norweger Gunnar Kaasen und sein Leithund Balto erreichten am 2. Februar 1925 das Serum und rettete viele Leben.

Ursprünglich war der Trail im 20. Jahrhundert eine Versorgungsstrecke zwischen dem Süden und dem Norden Alaskas. Schlitten- oder Zughunde wollen täglich laufen. Damit sie im Training bleiben, werden sie daher auch im Sommer regelmäßig beispielsweise vor einen Trainingswagen gespannt.

Tipp für Besucher

Es gibt verschiedene Arten, das Iditarod-Rennen als Zuschauer zu erleben, nicht nur am Boden, sondern auch aus der Luft. Die Iditarod Day Tour von Rust’s Flying Service ist ein unvergesslicher Tagesausflug ab Anchorage. Die Reisenden werden auf dem Weg zum Kontrollpunkt Rainy Pass einen guten Blick auf den Iditarod Trail aus der Luft haben. In der Rainy Pass Lodge kann man dann eine Mahlzeit nach Hausfrauenart genießen.

Weitere Informationen

Quelle: Visit Anchorage

Iditarod Hundeschlittenrennen – Hunde und Menschen am Limit
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